5. Oktober 2006

Tierisch wild

Wenn’s mit fri­schen Ideen hapert, dann wird kur­zer­hand fröh­lich abge­kup­fert. Löwen-​​Papa Sam­son, König der Tiere im New Yor­ker Zoo, geht Teenager-​​Sohn Ryan mit sei­nen Münch­hau­sen­ge­schich­ten gehö­rig auf die Ner­ven. Doch dann ist der Nach­wuchs plötz­lich ent­schwun­den; und zwar in die Wild­nis. Samt sei­nen Bud­dys — der zicki­gen Giraf­fen­dame Bridget, dem mür­ri­schen Koala Nigel, der beschränk­ten Ana­konda Larry und dem bis über beide Eich­hörn­chen­oh­ren in Bridget ver­schos­se­nen Benny — macht Sam­son sich auf; erst in den Groß­stadt­dschun­gel New Yorks bis der tie­ri­sche Such­trupp schließ­lich auf einer ein­sa­men Insel stran­det, wo sin­gende und tan­zende Gnus das Zep­ter über­nom­men haben.

Wem die­ser Plot weit mehr als nur in Ansät­zen bekannt vor­kommt, hat wahr­schein­lich zuviel „Mada­gas­car“ geschaut und die Augen auch vom „König der Löwen“ und „Fin­det Nemo“ nicht las­sen kön­nen. Warum bloß aus­ge­rech­net den gro­ßen Walt Disney-​​Studios nichts eige­nes mehr ein­fal­len mag?

Einer­lei, zusam­men­ge­ar­bei­tet hat man mit Pixar schließ­lich schon des Häu­fi­ge­ren; über­haupt hat doch die Com­pany zu Jah­res­be­ginn die Ani­ma­tion Stu­dios geschluckt — und haben wir uns nicht trotz „Antz“ aus dem Hause Dream­works ein Jahr danach auch über die Disney-​​Pixar-​​Geschichte vom „Gro­ßen Krab­beln“ amüsiert?

Na eben. Wer sich also nicht am über­deut­li­chen Pla­giat erregt, kann beim DVD-​​Neuling „Tie­risch wild“ (Buena Vista Home Enter­tain­ment) zumin­dest 81 Minu­ten lang erle­ben, was in Sachen CGI-​​Tricktechnik der­zeit Top Of The Pops ist. Und das ist fast schon fast so unglaub­lich (rea­lis­tisch) wie die Hel­den­ta­ten des groß­m­äh­ni­gen Zoo-​​Vorstehers.