Wenn die Neue ihr Herz­blatt zuhause vor­stellt, wird so man­chem gestan­de­nen Manns­bild ein wenig weich um die Knie. Da geht es Rafi (Guil­lermo Toledo) nicht anders, als ihm das erste Zusam­men­tref­fen mit der Fami­lie sei­ner Ver­lob­ten Leni (Marian Agui­lera) blüht. Zumal der erwäh­nens­werte Umstand, dass sie Jüdin und er Paläs­ti­nen­ser ist, die Sache zu einer nicht eben ent­spann­te­ren Ange­le­gen­heit für alle Betei­lig­ten macht. So kommt zwi­schen aller­lei herz­haf­ten Lecker­ein über kurz oder lang auch die bit­tere Wahr­heit auf den Tisch.

Und der Abend nimmt rasch alp­traum­hafte Züge an; nicht zuletzt, weil sich die Dal­ins­kys als Indi­vi­duen mit aus­ge­präg­tem Hang zur Exzen­trik ent­pup­pen. Voll­ends zur Farce ver­kommt die Ladung jedoch, als Rafi einen Block tief­ge­fro­rene Suppe aus dem Fens­ter des Hoch­hau­ses flut­schen lässt — und damit prompt einen arg­lo­sen Pas­san­ten nie­der­streckt. Gott­lob hat ihn bei sei­nem ver­meint­lich tod­brin­gen­den Miss­ge­schick kei­ner der künf­ti­gen Ver­wand­ten gese­hen. Die wun­dern sich viel­mehr gerade dar­über, wo wohl Fami­li­en­ober­haupt Ernesto (Mario Mar­tin) blei­ben mag…

Der ein­mal mehr groß­ar­tig auf­spie­lende Guil­lermo Toledo hat schon „Ein fer­pek­tes Ver­bre­chen“ zum Kleinod gemacht und ver­edelt mit sei­ner komö­di­an­ti­schen Gabe auch diese raben­schwarze Familien-​​Geschichte, seit heute auf DVD zu haben (Arse­nal/​Good­mo­vies). Die ist zwar ange­sichts des schwe­len­den Nah­ost­kon­flikts weit, weit jen­seits von poli­tisch unkor­rekt anzu­sie­deln; doch ist es wie immer eine Frage der Art und Weise.

Und jene, mit wel­cher das spa­ni­sche Regie-​​Ehepaar Teresa de Pele­gri und Domi­nic Harari seine über alle Maßen ver­gnüg­li­che Culture-​​Clash-​​Posse „Alles was ich an euch liebe“ zuspitzt, zeigt, wie man trotz aller Bri­sanz zum Publi­kums­lieb­ling wird: Mit dem gebo­te­nen Maß an Fin­ger­spit­zen­ge­fühl näm­lich. Aber bit­te­schön ohne Berührungsängste.