Harald Hurst - "Des elend schöne Lebe"Noch die­ses eine Büchle im Dia­lekt hat er uns ver­spro­chen, um sich sodann erst ein­mal wie­der dem Schrift­deutsch zuzu­wen­den. Ins Betu­li­che, Bie­der­mei­er­li­che, Selbst­be­schränkte fürch­tet er sonst abzu­glei­ten, wie so viele sei­ner Kol­le­gen. Und so erfreut Harald Hurst mit „Des elend schöne Lebe“ (G. Braun Ver­lag) zum wohl vor­erst letz­ten Mal mit „Geschich­ten und Gedich­ten“ in Mundart.

Vom „Herrn Sohn“ hat’s der König der Bab­b­ler etwa im Laufe der 152 Sei­ten, der im Luxus-​​Einzelzimmer mit ISDN-​​Anschluss wohnt; oder über den nicht nur von sei­nen Lesun­gen best­be­kann­ten Besu­cher des „An de Fusi­ons­grenz“ gele­ge­nen Land­hau­ses Schnepf, der die schwä­bi­schen Gas­tes­ser belauscht.

Über 90 Sei­ten Prosa vom „Elend schöne Lebe“ und hei­mi­schen Dia-​​Abenden mit Freun­den, tur­bu­len­ten Paar-​​Urlauben in Tossa de Mar und feucht-​​fröhlichen Markt­fes­ten in gesel­li­ger Runde. Über­all för­dert er sie zutage, die Untie­fen mensch­li­cher Bezie­hungs­kon­stel­la­tio­nen. Höhe­punkt ist aber die „Sau­mä­ßig lange Kompakt-G’schicht vom Fern­weh un vom Bleibe“, ein hin­ter­grün­di­ges Stück „üwers Ver­raise uns Doho­im­bleibe; üwer Leut, die viel rum­komme und doch ned vom Fleck“.

War’s das? Müs­sen wir künf­tig in die hei­mi­sche Biblio­thek grei­fen, um „So e Glück!“ zu fin­den? „Daß i net lach!“. Oder doch? „Komm, geh fort“, bleib do. Un merci fürs finale grande! Vorerschd.