30. November 2006

Jackass Nummer 2

„We Want Fun“ rockte And­rew W. K. anno 2003 zu den gefährlich-​​geschmacklosen Spä­ßen von Johnny Knox­vil­les Stunt­crew. Und die lie­ßen auch im Kino­for­mat einen jeden nor­ma­len Men­schen am Ver­stand aller Betei­lig­ten zwei­feln: „Ein neuer Tief­punkt“, „Absturz in die Ver­dor­ben­heit“, ein „trau­ri­ger Kom­men­tar zu unse­rer ver­kom­me­nen Kul­tur“ und „wider­li­ches, absto­ßen­des, gro­tes­kes Spek­ta­kel“ beschei­nig­ten der­weil die Kri­ti­ker. „Jackass — The Movie“ sollte der denk­wür­dige Schluss­punkt sein; man ging sei­ner Solopfade.

Doch nun, vier Jahre nach der offi­zi­el­len Auf­lö­sung, ver­sam­meln sich Johnny Knox­ville, Bam Mar­gera, Chris Pon­tius, Steve-​​O, Dave Eng­land, Ryan Dunn, Wee Man, Pres­ton Lacy und Ehren McG­he­hey erneut, um ihre maso­chis­ti­schen Schmerz­gren­zen aus­zu­lo­ten und den Humor in nack­ter Ago­nie zu suchen. In „Jackass Num­mer 2″ steigt der Eifer und sinkt das Niveau, weil das Team Wahn­witz und Wider­wär­tig­kei­ten end­gül­tig auf die Spitze treibt.

Unter ande­rem wer­den Hengste „gemol­ken“, man lässt sich für Haie ködern; von Stie­ren her­um­wer­fen; von Hum­mer­sche­ren in sen­si­ble Kör­per­teile knei­fen und von Schlan­gen hin­ein­bei­ßen; mit Pfer­de­äp­feln beschmei­ßen; von Domi­nas bear­bei­ten und von Blut­egeln schröp­fen; fährt samt Ein­kauf­wa­gen gegen Wände oder erprobt eigen­wil­lige Varia­tio­nen, wie sich Zähne wir­kungs­voll zie­hen las­sen und so man­ches Kranke mehr.

Meist ist das Dar­ge­bo­tene zur Nach­ah­mung kei­nes­falls emp­foh­len, wes­halb die Pro­du­zen­ten nach wie vor nicht müde wer­den, das Publi­kum zu beleh­ren: „Do Not Try This At Home!“ Schon klar und keine Bange: Wir machen doch nur Spaß.