9. November 2006

Jagdfieber

Nun hat also auch Sony Pic­tures eine Animation-​​Studio-​​Hütte in die Filmverleiher-​​Landschaft gestellt. Und da der Mensch als sol­cher in der Lage ist, sich über Spra­che zu arti­ku­lie­ren, greift man im Genre mitt­ler­weile schon fast wie selbst­ver­ständ­lich auf tie­ri­sche Prot­ago­nis­ten zurück. Dies­mal ver­ir­ren sich ein 900 Pfund schwe­rer, aber hand­zah­mer Grizzly namens Boog (gespro­chen von Tho­mas Heinze) und der schmäch­tige Hirsch Elliot (Jür­gen Vogel) aus­ge­rech­net zum Beginn der Jagd­sai­son im dich­ten Unter­holz. Was bleibt ihnen groß übrig, als in der Not gemein­same Sache zu machen?

Dabei tref­fen nicht nur die bei­den Syn­chron­spre­cher den rich­ti­gen Ton in der Haut ihrer äußerst lie­be­voll ani­mier­ten und mit den übli­chen Gags bestück­ten unglei­chen Wald­be­woh­ner; wenn­gleich das Prin­zip vom generv­ten Gro­ßen und sei­nem läs­ti­gen Kom­pa­gnon nicht mehr ist als eine nette Blau­pause von Shrek und Esel. Die Maß­stäbe im Ani­ma­ti­ons­film haben frei­lich auch längst andere gesetzt.

Für eine Studio-​​Premiere jedoch ist „Jagd­fie­ber“ schon mal ein vor­treff­li­cher Blatt­schuss! Das erste Geweih ziert damit die neue Sony Pictures-​​Hütte, da heißt es erst mal genüss­lich zurück­leh­nen mit einem Täss­chen Jäger­tee, in aller Ruhe nach­ge­la­den und Pixar samt Kon­sor­ten ins Visier genom­men. Gefühls­zu­stand: Da geht noch was!