Eigent­lich wollte er nie wie­der Regie füh­ren, und doch ist Luc Bes­son nun wie­der ganz und gar in sei­nem Ele­ment. Fünf geschla­gene Jahre arbei­tete der Fran­zose mit mehr als 100 Ani­ma­to­ren an der Ver­fil­mung sei­ner Best­sel­ler um „Arthur und die Mini­moys“; und die darf sich fortan als teu­erste euro­päi­sche Pro­duk­tion des Gen­res rüh­men. Real– trifft Ani­ma­ti­ons­welt und Neue Deut­sche Welle-​​Fossil Nena ihren Klon.

Es beginnt im wah­ren Leben und wirk­li­che Feri­en­stim­mung will dort beim klei­nen Arthur (Fred­die Highmore) nicht unbe­dingt auf­kom­men. Von den Eltern ver­nach­läs­sigt, muss er am Geburts­tag nicht nur mit der Groß­mama (Mia Far­row) vor­lieb neh­men, da steht auch noch ein fins­te­rer Grund­stücks­mak­ler (Adam LeFèvre) vor der Tür. Weil das Geld seit Opa Archi­balds (Ron Cra­w­ford) Ver­schwin­den knapp ist, sta­peln sich die offe­nen Rech­nun­gen — Haus und Hof sind in aku­ter Gefahr.

Aber so schnell will „Käp­sele“ Arthur den Kampf nicht auf­ge­ben. Er begibt sich auf die Spu­ren des Groß­va­ters, der von der Suche nach einem Schatz aus fun­keln­den Rubi­nen nim­mer mehr aus dem hei­mi­schen Gärt­chen wie­der­kehrte. Und einen afri­ka­ni­schen Zau­ber spä­ter fin­det sich Arthur auf die Größe von zwei mick­ri­gen Mil­li­me­tern geschrumpft im Minia­tur­kos­mos der elfen­ar­ti­gen Mini­moys wieder.

Eine Anschau­ung, die es in sich hat: Fan­tas­tisch phan­ta­sie­volle Bil­der­wel­ten tun sich auf, die ein­schließ­lich der drol­li­gen Cha­rak­tere (samt einem abspann­ver­edeln­den Luc Bes­son in CGI) in die­ser Detail­ver­ses­sen­heit wohl sel­ten eine Kino­lein­wand belebt hat. Drum herum eine nette, aber zu ver­nach­läs­si­gende, weil ver­nach­läs­sigte Geschichte nach der mär­chen­haf­ten Vor­lage der ers­ten bei­den „Minimoy“-Romane um die Aben­teuer des jun­gen Hel­den Arthur; des­sen Märchen-​​Action-​​Leinwand-​​Abenteuer ein­mal in einer Tri­lo­gie enden soll.

Und wenn schon die Story ein paar kleine Schwä­chen auf­weist, muss es eben beim Hin­hö­ren wie­der rich­tig spek­ta­ku­lär zuge­hen. Dachte sich die Ver­mark­tungs­ab­tei­lung in Zei­ten, da selbst die neue „Fri­sur“ einer Plattenlabel-​​Marionette noch für Schlag­zei­len gut ist.

Und schon steht an der Seite von Gabri­elle Susanne Ker­ner alias Nena — die Minimoy-​​Prinzessin Sele­nia zu ihrem flot­ten Mund­werk ver­hilft — Tokio Hotel-​​Frontmännchen Bill Kau­litz. Der soll einem Zwölf­jäh­ri­gen sein Organ lei­hen und das will unge­ach­tet aller Res­sen­ti­ments in den Real­sze­nen so recht ein­fach nicht passen.

Stim­mi­ger wird’s denn, das sei ein­ge­stan­den, in den ani­mier­ten Sequen­zen; wenn­gleich die mehr als nur latente Ähn­lich­keit der Haar­pracht von Spre­cher und Bespro­che­nem nach­hal­tigst dafür Sorge trägt, dass das Kaulitz-​​Antlitz über weite Stre­cken des 97-​​Minüters gera­dezu omni­prä­sent im Geiste des Zuschau­ers her­um­spukt. Aber immer­hin befin­det sich die offi­zi­ell ner­vigste Gestalt der ver­gan­ge­nen zwölf Monate damit kon­se­quen­ter­weise mal wie­der ganz und gar in ihrem Element.