25. Januar 2007

Lucky # Slevin

Mit exklu­si­ven DVD-​​Veröffentlichungen ist das ab und an ja so eine Sache. Der gelockte Käu­fer ist her­nach gar nicht sel­ten der Gelackte und die geprie­sene Ein­zig­ar­tig­keit beschränkt sich auf die nicht vor­han­dene Güte des Gebo­te­nen. Ab und an jedoch spült die VÖ-​​Flut auch echte Per­len in die Regale und der soeben erschie­nene „Lucky # Sle­vin“ (High­light Video) glänz dabei mit weit mehr als sei­ner hoch­ka­rä­ti­gen Beset­zungs­liste. Unglü­cke pas­sie­ren immer im Drei­er­pack, so ler­nen wir zu Film­be­ginn und im Fall von Sle­vin Kele­vra (Josh Hart­nett) geht das Sprich­wort gleich auf Num­mer sicher

Job-​​, frauen– und wohn­sitz­los wird er zu Besuch in der Bude sei­nes nicht auf­find­ba­ren Freun­des Nick Fis­her auch noch von zwei Hand­lan­gern mit dem offen­sicht­lich hoch ver­schul­de­ten Woh­nungs­in­ha­ber ver­wech­selt und gerät unver­se­hens zwi­schen die Fron­ten zweier übelst ver­fein­de­ter Verbrechersyndikate.

Um „seine“ Ver­bind­lich­kei­ten beim Boss (Mor­gan Free­man) erlas­sen zu bekom­men, soll er mit einem geziel­ten Schuss „die Schwes­ter“ aus der Welt schaf­fen — den schwu­len Sohn des Rab­bis (Ben Kings­ley), sei­nes Zei­chens zwei­ter Platz­hirsch in der New Yor­ker Unter­welt. Ver­zwick­ter­weise steht Buddy Nick aber auch bei der Juden­gang in der Kreide und Sle­vin muss es ausbaden.

Seine ein­zige Ver­trau­ens­per­son ist Nicks Nach­ba­rin Lind­sey (Lucy Liu) wäh­rend die Gegen­spie­ler immer zahl­rei­cher wer­den: Auch Cop Bri­kow­ski (Stan­ley Tucci) und der Kil­ler Mis­ter Good­cat (Bruce Wil­lis) haben Sle­vin längst im Visier. Nach bes­ter Tarantino-​​Sitte ver­schach­telt Regis­seur Paul McGu­i­gan eine Geschichte, die 109 Minu­ten lang stil­si­cher auf falsch geleg­ten Fähr­ten ent­lang­spa­ziert; ein von schrill­schrä­gen Typen bevöl­ker­ter Hollywood-​​Hochglanzthriller, der es unge­ach­tet beträcht­li­cher Unter­hal­tungs­qua­li­tät nicht bis auf die hie­si­gen Kino­lein­wände geschafft hat — ein ech­ter Glücksgriff!