8. Februar 2007
Tenacious D — Kings Of Rock
Er kennt ihn genau, den Weg nach oben, lehrte dem Kinopublikum vor drei Jahren das Rocken und startete anschließend auch als Schauspieler so richtig durch. Auf reichlich Theorie in der „School Of Rock“ folgt nun die weitaus beschwerlichere Praxis: Jack Black und sein Kompagnon Kyle Gass spielen sich im Pseudo-Biopic über ihre in den Staaten längst zum Kult avancierte Hobby-Band vernünftigerweise gleich selbst. Tenacious D — zwei angehende „Kings Of Rock“ und ihr „Long Way To The Top“.
Die beiden Möchtegerns JB aka „Jables“ (Black) und KG „Kage“ (Gass) haben gerade zusammengefunden, als KGs Eltern ihrem nicht mehr ganz so jungen Sprössling mitteilen, künftig keine Unterstützung mehr zu zahlen. Was tun, wenn die Miete bereits überfällig, aber weder Kohle noch Erfolg in Sicht sind? Der „Open Mic“-Wettbewerb in ihrer Stammkneipe Al’s Bar scheint die Lösung. Doch um zu gewinnen, müssten sie erst mal ein wahres Masterpiece komponieren.
An dieser Stelle eilt das Schicksal zu Hilfe: Jables und Kage entdecken, dass alle berühmten Rock-Musiker auf den Titelfotos ihrer „Rolling Stone“-Sammlung eines gemeinsam haben: Ob Angus Young, Pete Townshend oder Eddie van Halen — sie alle spielen mit demselben giftgrünen Plektrum. Und der Gitarrenverkäufer des Vertrauens (Ben Stiller) bestätigt die schicksalhafte Verbindung zwischen dem Pick Of Destiny und einem Platz im Rock ‚n’ Roll-History-Museum.
Auf dem von krudem Humor gespickten Weg dorthin bekommt es das Duo mit einigen bekannten Gesichtern zu tun, Cause We Are Happy Family: Dass Foo Fighter Dave Grohl nicht nur als Musiker teuflisch gut sein kann, wissen Freunde von The D aus dem Video zur „Stairway To Heaven“-Huldigung. Dessen Regisseur Liam Lynch gibt auch in der Kinofassung den Anweiser, sichert sich ein weiteres Mal die Dienste Ben Stillers, der mit ihm zusammen im „Tribute“-Clip durchs Bild huscht; und darf das Musical-Movie darüber hinaus mit Gastauftritten von „Holy Diver“ Ronnie James Dio, Meat Loaf und Tim Robbins (in dessen Theaterensemble sich Tenacious D einst kennen lernten) veredeln.
Hin und wieder durchkreuzt sogar ein Stückchen Authentizität die abgedrehte Bandgeschichte zwischen Pilztrip und Belzebub-Battle; und sauber gezupfte, wie geschrubbte, klasse gesungene und über den gesamten Film inklusive Abspann verteilte Tenacious D-Songs machen aus der Sage ums Plek des Schicksals ein denkwürdiges Leinwand-Metal-Musical im Gefolge von „This Is Spinal Tap“; deren Geschichte hatte ihren Höhepunkt bei Kinostart bekanntlich noch längst nicht erreicht. Lässt hoffen. So Long: Party On Kyle, Party On Jack! Excellent!
