Tenacious D - "The Pick Of Destiny"Schen­ken wir der Legende Glau­ben, so bediente sich einst Eddie van Halen sei­ner Magie, Pete Town­s­hend ebenso und auch die Genia­li­tät eines Angus Young soll nicht die seine gewe­sen sein. Das sata­ni­sche Plek­trum des Schick­sals war’s, das die Licks lenkte. In ihrem just ange­lau­fe­nen Pseudo-​​Biopic macht sich auch die Hobby-​​Kapelle Ten­acious D auf die Suche nach dem Mas­ter­piece; und die Melo­die­läufe auf ihrem par­al­lel erschie­ne­nen zwei­ten Album „The Pick Of Destiny“ (Smi Epc/​Sony BMG) las­sen eigent­lich nur einen Schluss zu: Sie sind fün­dig geworden.

„I Do Not Need A Micro­phone. My Voice Is Fucking Power­full!“ singt Jack „Jab­les“ Black in „Mas­ter Explo­der“ und mit der wuch­ti­gen Kraft sei­ner sono­ren Stimme, die gleich­falls Air-​​Sirene-​​Höhen erklim­men wie in düs­terste Tie­fen hin­ab­zu­stei­gen ver­mag, könnte er wohl in jeder ande­ren Rock-​​Band ohne Pro­bleme den Front­mann geben. Aber warum sollte er?

Schließ­lich beherrscht auch Kom­pa­gnon Kyle „Kage“ Gass aka K.G. sein (Saiten-)Instrument in Per­fek­tion. In den Staa­ten weiß man das lange schon: Ein „Tri­bute“ an den ver­ges­se­nen „Grea­test Song In The World“, „Won­der­boy“ und „Fuck Her Gently“ sind da nur die drei Bekann­tes­ten. Und das ver­nied­li­chende Label „Comedy-​​Truppe“ mag auch fortan noch allen­falls ob der sinn­ent­leer­ten (weil dies­mal die Hand­lung eines abge­dreh­ten Musical-​​Movies vor­an­trei­ben­den) Texte zutref­fen; die dicht gefolgt von „Suck“ und „Cock“ nahezu ohne Aus­nahme dem viel­fach ein­setz­ba­ren Wört­chen „Fuck“ in sämt­li­chen Aus­prä­gun­gen zu unge­ahn­ter Popu­la­ri­tät ver­hel­fen — Güte­sie­gel „Par­en­tal Advi­sory. Exp­li­cit Content“.

Auf und in „Pick Of Destiny“, hier­zu­lande unter „Kings Of Rock“ in den Kinos ange­lau­fen bewegt sich so ziem­lich alles zwi­schen (text­li­chem) Non­sens und (musi­ka­li­scher) Genia­li­tät; von „Papa­genu (He’s My Sas­sa­frass)“ — was Wun­der, schließ­lich singt’s J.B. im Film auf einem Mushroom-​​Trip — bis zur etwas pop­pi­gen und titel­ge­ben­den Sin­gle­aus­kopp­lung „POD“. Anein­an­der­ge­reiht ent­steht eine lose 34-​​minütige Rock-​​Oper, in der jedes ein­zelne Stück ohne wei­te­res für sich ste­hen kann.

Eröff­net wer­den Film wie Sound­track mit „Kick­a­poo“ und einer Song­struk­tur mit drei­ge­teil­ter Geschichte wie Inter­pre­ta­tion: Young Jab­les rebel­liert mit Schlag­gi­tarre gegen sei­nen Dad, ver­kör­pert von Meat Loaf, des­sen sich anschlie­ßen­der, so typi­scher Rock ‚n‘ Roll-​​Part eben­so­gut der „Rocky Hor­ror Pic­ture Show“ ent­sprun­gen sein könnte, bevor „Holy Diver“ Ronny James vom Poster-​​Thron dem Kid mit sei­nem Dio-​​Sound den Weg zum Rock weist.

In Folge erzäh­len die 15 Tracks in bes­ter Musical-​​Manier die (aus dra­ma­tur­gi­schen Grün­den etwas auf­ge­pimpte) Band­ge­schichte der bei­den Wun­der­kna­ben Kage und Jab­les. Dazu ver­ein­nahmt man in Jack Blacks unnach­ahm­li­cher Art Mozarts „Zau­ber­flöte“ („Clas­sico“), lässt mit forsch geschla­ge­nen Akus­tik­gi­tar­ren die „History“ von Ten­acious D vor­über­zie­hen und stimmt bei „Dude (I Totally Miss You)“ auch mal balladesk-​​melancholische Ton­la­gen an.

Die Bezeich­nung Metal-​​Movie ver­dient sich „Kings Of Rock“ den­noch alle­mal und das nicht nur dank speedge­la­de­ner Num­mern wie „Car Chase City“ oder „Break In-​​City (Storm The Gate!)“ und dem riff­ge­tra­ge­nen Mani­fest für den „Metal“, in wel­chem Punk­rock, Grunge, New Wave und Techno den Thron strei­tig machen, „But They Fai­led As They Were Thrown To The Ground!“. Der Titel des sich ste­tig hin­auf­ar­bei­ten­den „Mas­ter Explo­der“ sagt im Grunde alles über den Song dahin­ter; reprä­sen­tiert den tol­len Ten­acious D-​​Sound mit einem Gemisch aus Akus­tik– und E-​​Klampfe. Rich­tig denk­wür­dig wird’s spä­tes­tens, wenn sich J.B. und K.G. in „Beel­ze­boss“ ganz „Tribute“-like wie­der mal einen fan­tas­ti­schen „Final Show­down“ mit dem lüs­ter­nen Satan liefern.

Die Metal-​​Parts von Foo Figh­ter Dave Grohl, der nicht nur teuf­lisch gut, son­dern vor allem knüp­pel­hart Felle und Gitarre trak­tiert, kon­tern The D ein­mal mehr mit gran­dio­sem Spiel, das ob sei­ner schie­ren Klasse auch ohne cine­as­ti­sche Schicksals-​​Plek-​​Unterstützung funk­tio­nie­ren dürfte. Cause It’s Just Fucking Good Rock! And Who’s Tryin‘ To Sug­gest Ano­ther Thing — Dude, You Can Suck A .…!