30. März 2007

Happy Feet

„Some­body To Love“ braucht ein jeder, ganz gleich ob Mensch oder Kai­ser­pin­guin. Und im Trick­tier­reich von „Happy Feet“ (War­ner Home Video) läuft das Suchen und Fin­den der Liebe unkom­pli­zier­ter Weise über das Her­zens­lied, wel­ches sich die Frack­trä­ger in jun­gen Mona­ten zule­gen. Und pas­sen erst ein­mal zwei Songs zuein­an­der ist das nächste Ei nicht fern. Bedau­er­lich für den klei­nen Mum­ble (Eli­jah Wood), den wohl schlech­tes­ten Sän­ger der Antarktis.

Mum­ble Happy Feet ist viel­mehr zum Stepp­tan­zen gebo­ren; was für die Stam­mes­äl­tes­ten Grund genug ist, den völ­lig talent­lo­sen Kräch­zer aus der Gemein­schaft zu ver­ban­nen. Schwe­ren Her­zens, ohne Lied und ohne seine Aus­er­wählte Glo­ria (Brit­tany Mur­phy) — aus­ge­rech­net die beste Sän­ge­rin der Kolo­nie — macht er erst­mals sei­ner Hei­mat fern die Bekannt­schaft einer Truppe Adelie-​​Pinguinen. Und die Sprü­che­klop­fer um den läs­si­gen Ober-​​Amigo Ramón (Robin Williams/​Rick Kava­nian) und Guru Love­lace (Williams/​Ben Becker) sind zu sei­ner gro­ßen Ver­wun­de­rung völ­lig hin und weg von den groovy Steps, die der Son­der­ling da aufs Eis legt.

Irgendwo zwi­schen (der erst spä­ter pro­du­zier­ten) „Reise der Pin­guine“ und „River­dance“ bewegt sich Fil­me­ma­cher George Mil­ler mit sei­nem (seit kur­zem als bes­ter Ani­ma­ti­ons­film „Oscar“-prä­mier­ten) Gute-​​Laune-​​Stifter. Savion Glover und seine Stepper-​​Kollegen geben mit­tels Motion Cap­ture Mum­ble und Art­ver­wandt­schaft den Takt vor; doch die Tech­nik steht jeder­zeit im Dienste der Emo­tion. Und die darf woh­lig um sich grei­fen, wenn Scha­ren von Pin­gui­nen gemein­sam gegen die Kälte kuscheln, sich im Was­ser tum­meln und erst Recht, wenn sie rhyth­misch aufs Eis patschen.

Schon zu Film­be­ginn machen Mum­bles Eltern Mem­phis (Hugh Jack­man) und Norma Jean (Nicole Kid­man) mit Namen wie Gesang klar, was gebo­ten wird: Man fei­ert sich durch die gro­ßen Songs des 20. Jahr­hun­derts. Dabei bleibt es optisch getra­gen durch einen beein­dru­cken­den Foto-​​Realismus frei­lich nicht bei „Heart­break Hotel“ und „Dia­monds Are A Girl’s Best Friend“.

Pink schickt eine tolle Neu­auf­lage von Chaka Khans „Tell Me Some­thing Good“ ins Ren­nen und auch Stevie Won­der („I Wish“), Prince („Kiss“ und der neue „Song Of The Heart“), die Beach Boys („In My Room“, „Do It Again“), Frank Sina­tra („My Way“), Lio­nel Richie („Hello“), Chi­cago („If You Leave Me Now“), die Beat­les („Gol­den Slum­bers“, „The End“) oder Steve Mil­ler („The Joker“) ste­hen wie die ein­gangs zitier­ten Queen musi­ka­lisch Pate, wenn Hol­ly­woods Schau­spiel­er­riege (aber­mals) seine San­geskünste zu Gehör bringt. „Come Hit Me Up!“ Schö­nen dank Gia Far­rell. Auch für diese sich so wun­der­bar ein­fü­gende Up-​​Tempo-​​Nummer. Aber still­sit­zen längst aus­ge­schlos­sen — ganz gleich ob Mensch oder Kaiserpinguin!