Denk­wür­dig waren sie, die 80er. Oder doch nur wie­der ein Beleg dafür, wie schnell aus einer beschis­se­nen Gegen­wart glor­rei­che Ver­gan­gen­heit wird? Ganz gleich wie man’s denn sieht — eines hat­ten sie defi­ni­tiv: ihren eige­nen Stil, der bis heute vor­ge­macht hat, was sich mit Musik und Haa­ren so alles anstel­len lässt. Alex Flet­cher (Hugh Grant) und seine Gruppe Pop waren Teil die­ses Jahr­zehnts. Heute ist er übrig, einer die­ser längst ver­ges­se­nen Stars, die sich mit Auf­trit­ten in pein­li­chen Retro­shows durch­schla­gen müs­sen. Und dann kommt sie doch noch: die ein­ma­lige Chance aufs Comeback.

Die regie­rende Pop-​​Prinzessin Cora Cor­man (Haley Ben­nett als las­zive Aguilera-​​Shakira-​​Spears-​​Kreuzung) hat sich in den ebenso jun­gen wie hüb­schen Kopf gesetzt, auf die Schnelle ein Duett kom­po­nie­ren zu las­sen. Schließ­lich ste­hen CD und Tour in den Start­lö­chern und Alex ist zum Spe­cial Guest erko­ren — sofern er lie­fert. Nur wenige Tage blei­ben dem abge­half­ter­ten Musi­ker, um einen ech­ten Hit aus den Ärmeln zu schütteln.

Unver­hoffte Unter­stüt­zung erhält er dabei von sei­ner verführerisch-​​schrulligen Pflan­zen­pfle­ge­rin Sophie Fis­her (Drew Bar­ry­more), die zwar nicht immer die rich­ti­gen Töpfe, mit poe­ti­schem Gespür aber stets den rech­ten Ton trifft. Doch ihre schlech­ten Erfah­run­gen als Auto­rin hem­men und als sich die bei­den erst am und dann unter dem Piano näher kom­men, hat auch Bin­dungs­pho­bi­ker Alex sein hand­fes­tes Problem.

Vor einem sol­chen sahen sich wohl auch die Stra­te­gen in der War­ner Bros.-Abteilung Mar­ke­ting. Ihre Lösung aus dem schlich­ten, aber tref­fen­den Ori­gi­nal­ti­tel „Music And Lyrics“ ein viel zu lan­ges, dabei doch so nichts­sa­gen­des, viel zu ver­kitsch­tes und des­halb auch noch irre­füh­ren­des „Mit­ten ins Herz — Ein Song für Dich“ zu machen, ist der ein­zig echte Miss­griff in die­sem durch und durch süß gespiel­ten Date-​​Movie, das sich zwi­schen viel lieb­li­chem Gesäu­sel nicht davor scheut, der Musik­in­dus­trie eins mitzugeben.

Dass zwei Schau­spie­ler, die das Genre von Herz und Humor der­art domi­nie­ren, auch per­fekt har­mo­nie­ren, war beim neuen Ses­sel­wär­mer von Regis­seur Marc Law­rence ja fast zu erwar­ten. Doch rich­tig stim­mig wird’s erst durch den Sound­track. Sie inspi­riert ihn zu neuen Ergüs­sen; auch musi­ka­li­schen und die sind ganz gleich was die hei­mi­sche Plat­ten­samm­lung auch dage­gen haben mag von betö­ren­der Note. Ein 108-​​minütiger „Way Back Into Love“. Und die guten, alten 80er? Ver­ges­sen wir mal fürs erste wieder.