Mit allen Was­sern gewa­schen ist er, der Schnei­der Sebas­tian (Mar­kus Kro­jer), Sohn vom Kandler­wirt. Er macht sich die ober­baye­ri­sche Welt, wie es ihm gefällt und das berei­tet sei­nem allein­er­zie­hen­den Vater Lorenz (Fritz Karl) so man­che Sor­gen­falte. Doch mit der unbe­schwer­ten Laus­bu­ben­leich­tig­keit ist es dahin, als der Elf­jäh­rige vom Bru­der (Franz Xaver Brück­ner) beschul­digt wird, dass er Schuld sein soll am Tod der Mama. Die ist näm­lich bei sei­ner Geburt gestor­ben und fortan hagelt es visu­ell wun­der­bar insze­nierte Albträume.

Sebas­tian, der für sein zar­tes Alter ein beein­dru­cken­des Sün­den­re­gis­ter vor­zu­wei­sen hat, sieht voll Schuld­ge­fühl nur einen Aus­weg: Um dem siche­ren Fege­feuer zu ent­ge­hen, muss er unsterb­lich wer­den. Schlecht bera­ten kommt er dabei auf die abge­dreh­tes­ten Einfälle.

Dank Dumm­ge­schwätz am Stamm­tisch macht er sei­ner Leh­re­rin (Jule Ronstedt) ein unmo­ra­li­sches Ange­bot („Daden Sie even­tu­ell mit mir vögeln?“) und setzt sich nach einem Besuch bei Radio­mo­de­ra­tor Alfred (Jür­gen Ton­kel) in den Kopf, Jimi Hen­drix nach­zu­ei­fern, um mit sei­ner Rock­mu­sik ans Ziel ewig wäh­ren­den Lebens zu gelan­gen. Und wenn er neben­bei dem Papa noch eine neue Frau mit „Grips, Gschick un am gschei­den Arsch“ besorgt, kann das Jüngste Gericht ja nur milde urteilen.

Mit über 1,4 Mil­lio­nen Zuschau­ern die deut­sche Kino­über­ra­schung aus dem Jahr 2006, „Baye­ri­sche Film­preise“ für „Bes­ter Film“ wie „Beste Nach­wuchs­re­gie“ und nicht nur des­halb ver­kauft sich „Wer frü­her stirbt ist län­ger tot“ (Euro Video) voll­kom­men gerecht­fer­tigt als „Unsterb­li­che Komö­die“. Def­tige Dia­loge (für Nord­lich­ter auch mit Unter­ti­teln zu schauen) und hunds­ge­mei­ner Hin­ter­sinn machen sich breit, wenn Lang­spiel­film­de­bü­tant Mar­cus H. Rosen­mül­ler spie­le­risch die Gen­res ver­mengt. Ein zwi­schen Him­mel und Hölle pen­deln­des Coming-​​Of-​​Age-​​Komödienstadl mit Hei­mat­film­flair. Und allen Wassern.