19. April 2007
Der Fluch — The Grudge 2
Im Bann des Grolls gruselten wir uns mit Sarah Michelle Gellar vor drei Jahren durchs amerikanische J-Horror-Remake von „Ju-On: The Grudge“. Und die Fortsetzung des „Fluchs“ (Highlight Video) knüpft nahtlos an: Austauschstudentin Karen (Gellar) kuriert sich physisch und psychisch von den Geschehnissen in Tokios Spukhaus. Als Schwesterchen Aubrey (Amber Tamblyn) nach dem Rechten sehen will, fällt Karen vom Klinikdach, Aubrey stellt Nachforschungen an, betritt den verwunschenen Ort und der dämonische Geisterreigen um die rachsüchtigen Seelen von Kayako und Toshio, die dort einst vom Ehemann und Vater im Zorn getötet wurden, kann von Neuem beginnen.
Takashi Shimizu, Begründer der japanischen Originale und gleichfalls Regisseur des ersten Remakes, gelingen bei „The Grudge 2″ abermals jene mit gemeinen Schockmomenten punktierten Gänsehautszenen, die so üppig vom schaurigen Sounddesign zehren dürfen. Mit ruhiger Schnitthand und konsequent durchgehaltenen Schwarzblenden zerlegt Shimizu seine diversen Zeit– und Handlungsebenen, allerdings ohne die vergleichsweise magere und durch den ersten Teil bereits bestens bekannte Hintergrundgeschichte nennenswert voranzubringen.
Wie gehabt füllt Drehbuchautor Stephen Susco den Plot anderweitig: Gleich drei Parallelgeschichten sind es diesmal, die sich aber eine wie die andere nicht davon freimachen können, bloße Schauplätze für den Grusel zu schaffen. Auch die klaustrophobische Atmosphäre des Vorgängers bleibt großteils aus; dafür spielt sich diesmal einfach zu viel außerhalb des heimsuchenden Häusleins ab.
Das eigentliche Ärgernis in einem ansonsten gelungenen Genre-Movie aber ist, dass sich Shimizu asiatisch artig (vor) der westlichen Filmdramaturgie (ver-)beugt. Und wie immer, wenn in schöner Vorhersehbarkeit die Hauptfiguren dezimiert werden, tötet dies den Spannungsfaktor schneller als die Geister ihre Opfer.
