Im Bann des Grolls gru­sel­ten wir uns mit Sarah Michelle Gel­lar vor drei Jah­ren durchs ame­ri­ka­ni­sche J-​​Horror-​​Remake von „Ju-​​On: The Grudge“. Und die Fort­set­zung des „Fluchs“ (High­light Video) knüpft naht­los an: Aus­tausch­stu­den­tin Karen (Gel­lar) kuriert sich phy­sisch und psy­chisch von den Gescheh­nis­sen in Tokios Spuk­haus. Als Schwes­ter­chen Aubrey (Amber Tam­blyn) nach dem Rech­ten sehen will, fällt Karen vom Kli­nik­dach, Aubrey stellt Nach­for­schun­gen an, betritt den ver­wun­sche­nen Ort und der dämo­ni­sche Geis­ter­rei­gen um die rach­süch­ti­gen See­len von Kayako und Toshio, die dort einst vom Ehe­mann und Vater im Zorn getö­tet wur­den, kann von Neuem beginnen.

Taka­shi Shi­mizu, Begrün­der der japa­ni­schen Ori­gi­nale und gleich­falls Regis­seur des ers­ten Remakes, gelin­gen bei „The Grudge 2″ aber­mals jene mit gemei­nen Scho­ck­mo­men­ten punk­tier­ten Gän­se­haut­sze­nen, die so üppig vom schau­ri­gen Sound­de­sign zeh­ren dür­fen. Mit ruhi­ger Schnitt­hand und kon­se­quent durch­ge­hal­te­nen Schwarz­blen­den zer­legt Shi­mizu seine diver­sen Zeit– und Hand­lungs­ebe­nen, aller­dings ohne die ver­gleichs­weise magere und durch den ers­ten Teil bereits bes­tens bekannte Hin­ter­grund­ge­schichte nen­nens­wert voranzubringen.

Wie gehabt füllt Dreh­buch­au­tor Ste­phen Susco den Plot ander­wei­tig: Gleich drei Par­al­lel­ge­schich­ten sind es dies­mal, die sich aber eine wie die andere nicht davon frei­ma­chen kön­nen, bloße Schau­plätze für den Gru­sel zu schaf­fen. Auch die klaus­tro­pho­bi­sche Atmo­sphäre des Vor­gän­gers bleibt groß­teils aus; dafür spielt sich dies­mal ein­fach zu viel außer­halb des heim­su­chen­den Häus­leins ab.

Das eigent­li­che Ärger­nis in einem ansons­ten gelun­ge­nen Genre-​​Movie aber ist, dass sich Shi­mizu asia­tisch artig (vor) der west­li­chen Film­dra­ma­tur­gie (ver-)beugt. Und wie immer, wenn in schö­ner Vor­her­seh­bar­keit die Haupt­fi­gu­ren dezi­miert wer­den, tötet dies den Span­nungs­fak­tor schnel­ler als die Geis­ter ihre Opfer.