Axel Kurth - "Meistermärchen 2007"Karls­ruhe. Ein Auf­stiegs­mär­chen. Unser KSC hat’s vor– und wahr­ge­macht, jetzt will die ver­hasste Kon­kur­renz aus Schwa­ben eine Liga drü­ber nach­zie­hen. Doch einer­lei, ob’s nun zum ers­ten Mal in einer Sai­son zwei Meis­ter aus dem Ländle gibt, musi­ka­lisch ist der VfB-​​Anhang — das muss der blanke Neid ihm las­sen — schon Spitze.

„Ole ole ole ola!“ Erst hat man die argen­ti­ni­schen WM-​​Gesänge im A-​​Block ein­be­hal­ten, nun träumt Axel Kurth — einst Front­mann der Sin­del­fin­ger Deutsch­pun­ker Wizo, die sich 2005 so ganz „Anders­ter“ als erhofft mit einem „Gol­de­nen Stück Scheiße“ von den Akti­vis­ten ver­ab­schie­det haben — sein „Meis­ter­mär­chen 2007″ (Nuclear Blast Records). Ganz neu ist aber auch die­ser Sound nicht.

Tau­sche Opel gegen Daim­ler. Vom „Kadett B“, erschie­nen auf dem 91er Wizo-​​Album „Für’n Arsch“, bleibt nur der zweite Buch­stabe des Alpha­bets über, und das aller­geilste Auto macht der Mann­schaft aus Bad Cann­statt Platz. Wer beim Wochenend-B’süchle zufäl­lig Stutt­garts Regio TV vor­bei­flim­mern sah, war noch zei­tig genug infor­miert, sich das Spon­tan­werk umsonst aus dem Netz zu zie­hen. Doch zu ver­schen­ken hat auch Axel Kurth nichts mehr. Punk­rock grüßt mal wie­der den Kom­merz und so kos­tet der 2:16-Track seit Wie­der­ver­öf­fent­li­chung einen Unkos­ten­bei­trag von 99 Cent.

„Jetzt ist die Schale, wo sie hin­ge­hört“, tönt’s schon voll­mun­dig. Wenn da mal nicht doch noch die ver­höhn­ten „Meis­ter­ver­schei­ßer“ vom FC Gaz­prom vor­bei­zie­hen und Armin Vehs Jun­gens am Ende unver­hofft die besun­ge­nen Loo­ser sind… Dann müsste Axel Kurth genau wie die Sport­freunde Stil­ler nach­bes­sern. Immer­hin der Titel kann dies­mal der­selbe blei­ben — denn ein Meis­ter­mär­chen wird’s in Stutt­gart ganz sicher. So oder eben anderster.