2. Mai 2007
Axel Kurth — „Meistermärchen 2007“
Karlsruhe. Ein Aufstiegsmärchen. Unser KSC hat’s vor– und wahrgemacht, jetzt will die verhasste Konkurrenz aus Schwaben eine Liga drüber nachziehen. Doch einerlei, ob’s nun zum ersten Mal in einer Saison zwei Meister aus dem Ländle gibt, musikalisch ist der VfB-Anhang — das muss der blanke Neid ihm lassen — schon Spitze.
„Ole ole ole ola!“ Erst hat man die argentinischen WM-Gesänge im A-Block einbehalten, nun träumt Axel Kurth — einst Frontmann der Sindelfinger Deutschpunker Wizo, die sich 2005 so ganz „Anderster“ als erhofft mit einem „Goldenen Stück Scheiße“ von den Aktivisten verabschiedet haben — sein „Meistermärchen 2007″ (Nuclear Blast Records). Ganz neu ist aber auch dieser Sound nicht.
Tausche Opel gegen Daimler. Vom „Kadett B“, erschienen auf dem 91er Wizo-Album „Für’n Arsch“, bleibt nur der zweite Buchstabe des Alphabets über, und das allergeilste Auto macht der Mannschaft aus Bad Cannstatt Platz. Wer beim Wochenend-B’süchle zufällig Stuttgarts Regio TV vorbeiflimmern sah, war noch zeitig genug informiert, sich das Spontanwerk umsonst aus dem Netz zu ziehen. Doch zu verschenken hat auch Axel Kurth nichts mehr. Punkrock grüßt mal wieder den Kommerz und so kostet der 2:16-Track seit Wiederveröffentlichung einen Unkostenbeitrag von 99 Cent.
„Jetzt ist die Schale, wo sie hingehört“, tönt’s schon vollmundig. Wenn da mal nicht doch noch die verhöhnten „Meisterverscheißer“ vom FC Gazprom vorbeiziehen und Armin Vehs Jungens am Ende unverhofft die besungenen Looser sind… Dann müsste Axel Kurth genau wie die Sportfreunde Stiller nachbessern. Immerhin der Titel kann diesmal derselbe bleiben — denn ein Meistermärchen wird’s in Stuttgart ganz sicher. So oder eben anderster.
