Ja kommt’s nun drauf an oder nicht? Denn Size Does Mat­ter. Auch im Kino, die 70mm–Freunde wis­sen Bescheid. Nach „Wir kön­nen alles außer Hol­ly­wood“ und „Sie­ben Kurze, bitte!“ sorgt die dritte „Inde­pen­dent Days“-Compilation „Länge ist nicht alles!“ (Bohe­mia Film­kunst/​Alive) mit zwölf kna­cki­gen Qui­ckys vom gleich­na­mi­gen Karls­ru­her Low– und No-​​Budget-​​Filmfestival zumin­dest wie­der für aus­ge­gli­che­nere Gerechtigkeiten.

Über die Lauf­zeit von kurz­wei­li­gen 125 Minu­ten erzäh­len ambi­tio­nierte Fil­me­ma­cher aus der gan­zen Repu­blik in ihren Komö­dien, Bezie­hungs­kis­ten und All­tags­dra­men von lie­ben­den Geis­tern („Die Maid von Hilltop Manor — Black­ford Sto­ries 2″) und rast­lo­sen Sterb­li­chen („Flowers For Mum“), frus­trier­ten Frauen („Leich­tes Stret­ching“) und beat­me­ten Män­nern („Koma Lieb­ling“), „aus­ste­cken­den“ Gemüse-​​Epidemien („Broc­co­lis­mus“), kor­rup­ten Beam­ten („Koslow­ski“), Über­le­bens­kämp­fern („Das Floß“) und Welt­ver­bes­se­rin­nen („Pis­si­nella“).

Von eng­stir­ni­gen Dumm­schwät­zern („Die Reise nach Absur­dis­tan“) und noto­ri­schen Mie­se­pe­tern („Sonne über Deutsch­land“), alten („Der Tag der Befrei­ung“) wie jun­gen („Die große Frei­heit“) Frisch­ver­lieb­ten. Und von einem klei­nen wei­ßen Hund.

Ob gif­tige Gesell­schafts­kri­tik oder harm­lo­ser Hirn­riss, Real– oder Trick­film — die Fes­ti­val­bei­träge auf „Vol. 03″ punk­ten nahezu aus­nahms­los durch ihre poin­tier­ten Erzähl­struk­tu­ren; man setzt ganz auf die Aus­drucks­kraft des Augen­blicks. Aber wor­auf kommt es denn nun an? Länge ist lange nicht alles. Wohl wahr. Krea­ti­vi­tät und Tech­nik machen’s. Mal wieder.