18. Mai 2007
Independent Days Vol. 03 — Länge ist nicht alles!
Ja kommt’s nun drauf an oder nicht? Denn Size Does Matter. Auch im Kino, die 70mm–Freunde wissen Bescheid. Nach „Wir können alles außer Hollywood“ und „Sieben Kurze, bitte!“ sorgt die dritte „Independent Days“-Compilation „Länge ist nicht alles!“ (Bohemia Filmkunst/Alive) mit zwölf knackigen Quickys vom gleichnamigen Karlsruher Low– und No-Budget-Filmfestival zumindest wieder für ausgeglichenere Gerechtigkeiten.
Über die Laufzeit von kurzweiligen 125 Minuten erzählen ambitionierte Filmemacher aus der ganzen Republik in ihren Komödien, Beziehungskisten und Alltagsdramen von liebenden Geistern („Die Maid von Hilltop Manor — Blackford Stories 2″) und rastlosen Sterblichen („Flowers For Mum“), frustrierten Frauen („Leichtes Stretching“) und beatmeten Männern („Koma Liebling“), „aussteckenden“ Gemüse-Epidemien („Broccolismus“), korrupten Beamten („Koslowski“), Überlebenskämpfern („Das Floß“) und Weltverbesserinnen („Pissinella“).
Von engstirnigen Dummschwätzern („Die Reise nach Absurdistan“) und notorischen Miesepetern („Sonne über Deutschland“), alten („Der Tag der Befreiung“) wie jungen („Die große Freiheit“) Frischverliebten. Und von einem kleinen weißen Hund.
Ob giftige Gesellschaftskritik oder harmloser Hirnriss, Real– oder Trickfilm — die Festivalbeiträge auf „Vol. 03″ punkten nahezu ausnahmslos durch ihre pointierten Erzählstrukturen; man setzt ganz auf die Ausdruckskraft des Augenblicks. Aber worauf kommt es denn nun an? Länge ist lange nicht alles. Wohl wahr. Kreativität und Technik machen’s. Mal wieder.
