28. Juni 2007
Jet Li’s Fearless
Er ist der Vorzeige-„Hero“ des asiatischen Kinos. Li Lian-Jie, uns besser bekannt als Jet Li, Schauspieler und Kampfkunstmeister chinesischer Herkunft. Und es ist neben aufwändigen Produktionen wie etwa „Tiger & Dragon“ oder „House Of Flying Daggers“ und natürlich Kung-Fu-Kasper Jackie Chan auch sein Verdienst, dass der Martial-Arts-Film in den vergangenen Jahren das westliche Publikum für ein Genre begeistern konnte, das unsereinem ansonsten eher fremd ist. Nun heißt es wohl wieder Abschied von der Todeskralle. Wenn es denn so kommen sollte wie der Athlet prophezeit, wird das Biopic „Fearless“ (Constantin Film/Highlight Video) sein letzter Kombat, bevor er sich in Zukunft der dramatischen Muse widmen möchte.
Nach eignem Bekunden ist es sein „persönlichster und wichtigster Martial-Arts-Film“. Das könnte auch daran liegen, dass die Vita des von Li gespielten Großmeisters und Sportschulenbegründers einige Parallelen mit dem seinen hat: Huo Yuanjia leidet als Kind unter Asthma und wird genau wie der zerbrechliche Little Li allen Widrigkeiten zum Trotz zum besten Kämpfer des Landes.
Als er im Zorn, berauscht vom bevorstehenden Triumph, einen angesehenen Konkurrenten tötet, werden ihm zur Rache Frau und Tochter genommen. Er verfällt in tiefe Depression, doch als China zu Anfang des 20. Jahrhunderts endgültig unter Besatzung ausländischer Großmächte gerät, erhält nicht nur Huo Yuanjia Gelegenheit zur Rehabilitation, sein finaler Vierkampf soll die gesamte als „Krankheit Ostasiens“ geschmähte Nation beleben.
Ronny Yu inszenierte eine aufwendige Hochglanzproduktion, die aufgrund der einmaschig gestrickten Geschichte vornehmlich von anmutigem Kampfgeschehen und patriotischem Pathos beseelt ist; choreographieren durfte Yuen Wo Ping, der als Bester seines Faches gilt. Aber welch angemesseneren Abgang könnte man sich vorstellen als Jet Li in der Rolle des chinesischen Nationalhelden?
