Tricky Lobsters - "Dead Man's Ball"Es muss nicht immer Skandinavien sein. Backyard Babies, Gluecifer, Hellacopters oder Turbonegro sind gern genommen, wenn's deftiger zur Sache gehen darf. Was die Rostocker Tricky Lobsters aber an Rotzrock auf ihrem zweiten Album "Dead Man’s Ball“ (Aban­don Records/​New­mu­sic Dis­tri­bu­tion) in die Sai­ten knal­len, lässt den Kamm und die ohne­hin schon pral­len Tes­ti­kel wei­ter schwellen.

Tail­gun­nerist der maß­ge­bende Opener: Ganz fet­ter Rock ‚n’ Roll mit Motörhead-​​Attitüde und tief­hän­gen­den Gitar­ren, so eja­ku­lie­ren die vier Hum­mer auch ihren „Untou­ched“-Nach­fol­ger; Punk-​​Einschlag und Stoner-​​Anleihen ker­ben die 15 Tracks einer wirk­lich hoch­klas­si­gen Pro­duk­tion, die im nor­di­schen Ver­gleich locker mithält.

Action Rock“, eine Selbst­be­ti­te­lung, die’s aus­nahms­weise mal trifft — hier geht was! Text­lich darf oktan­hal­tige Rock­mu­cke limi­tiert sein, was zählt, sind fette Riffs und flotte Melo­die­läufe; in Titeln „Devil’s Disco“, „One Of These Days“, „Three Cheers For The Sin­ners“. Und als wäre der dre­ckige Sound samt der Whiskeygurgler-​​Röhre von Sän­ger Grau­per nicht schon der Wür­di­gung genug, kriegt Lemmy „Mr. Kill“ Kil­mis­ter gleich sei­nen eig­nen Song verpasst.

Etwas sanf­ter wird’s eigent­lich nur ein­mal: „Poi­son Heart“. Rich­tig, ein Ramones-​​Cover und eines der gelun­ge­ne­ren dazu. Ver­fal­len sind wir aber schon vor­her, der Knaller-​​Nummer „King Of The Jungle“ näm­lich. Devise: Ohren anle­gen. Play It Loud! Solange wir noch Eier in der Hose haben.