12. Juli 2007
Clerks 2 — Die Abhänger
Er gehört zu den Ikonen des Popkulturkinos, sein 94er Erstling „Clerks — Die Ladenhüter“ ist Liebling wie Leitbild der amerikanischen Independentfilmer. Nun schickt Kevin Smith das Buddy-Duo Randal Graves (Jeff Anderson) und Dante Hicks (Brian O’Halloran) mit „Die Abhänger“ zurück und wiederum mitten hinein ins Chaos: Nachdem der Quick Stop, wo die beiden ihr berufliches Dasein fristen, in Folge eines vergessenen elektrischen Kaffeewärmers abgefackelt ist, warten sie an der Theke eines Fast-Food-Restaurants auf lästige Kundschaft.
Schon bald sehr zum Missfallen von Dante, der mit seiner übereifrigen Verlobten (Smiths Ehefrau Jennifer Schwalbach) nach Florida Umsiedeln möchte, bis ihm seine neue Chefin Becky (Rosario Dawson) immer verständlicher macht, dass ihr das trotz allem Freigeist eigentlich doch nicht sonderlich schmeckt. Kumpel Randal organisiert derweil schon mal die Abschiedsparty. Hauptprogrammpunkt: „Artübergreifende Erotik“, mit Kinky Kelly und „ihrem“ Esel.
Natürlich gibt es neben Cameos von Ben Affleck und Jason Lee auch Smiths Stoner-Nerds Jay (Jason Mewes) und der von ihm höchstselbst verkörperte Silent Bob zu schauen, die sich sowohl als auch wie ein roter Faden durch seine schwarzhumorigen Komödien ziehen. Und das neuerliche, diesmal bis auf Anfangs– und Schlusssequenz in Farbe gedrehte Porträt der Tresenburschen, die stellvertretend für jenen Teil ihrer Generation stehen, der den Absprung verpasst hat, funktioniert immer noch; dank einer unabhängigen Storyline um zwei Lebenskünstler Anfang 30, die ganz gut mit viel Spaß und wenig Anspruch auskommen, sich langsam aber sicher dem Erwachsenendasein stellen müssen.
Smith versteht es einfach, die Lebensprobleme seiner Altersklasse auf eine brüllend komische Art zu humorisieren; die Weise trifft’s mit respekt-, geschmack– und schamlos wohl noch am besten. 97 Minuten heiterer Zitate, obszöner Dialoge und krudem Witz — gepflegter lässt sich’s dieser Sommertage im Kinosessel nicht abhängen.
