Es geht um Autos. Es geht um Frauen, um Quen­tin Taran­tino und um den nar­ben­ge­sich­ti­gen Stunt­man Mike (Kurt Rus­sell), der sich einen Spaß dar­aus macht, jun­gen, zuge­dröhn­ten Mädels unter Auf­wand sämt­li­cher Char­me­re­gis­ter und mit Hilfe sei­nes auf­ge­motz­ten, pfer­de­stär­ken­strot­zen­den Muscle-​​Cars genüss­lich den Gar­aus zu machen.

Nach­dem der Drauf­gän­ger in Harakiri-​​Manier die Girl­fri­ends Jungle Julia (Syd­ney Poi­tier), But­ter­fly (Vanessa Fer­lito) und Shanna (Jor­dan Ladd) zu Brei gefah­ren und sei­nen eige­nen Kno­chen Rege­ne­ra­tion von dem Frontal-​​Crash gegönnt hat, liegt Mike wie­der auf der Lauer und schiebt ein Schau­spie­ler­quar­tett auf Dreh­pause (Rosa­rio Daw­son, Mary Eliza­beth Win­stead, Tra­cie Thoms und Uma Thurmans „Kill Bill“-Stuntdouble Zoe Bell) von der Straße. Doch die taf­fen Ladys sind schon bald wie­der in der Spur und machen Jagd auf ihren Jäger.

Eigent­lich sollte „Death Proof neben der futu­ris­ti­schen Zom­bie­jagd „Pla­net Ter­ror“ von Tarantino-​​Busenfreund Robert Rod­ri­guez Teil des als Double-​​Feature kon­zi­pier­ten Drei­stün­ders „Grind­house“ wer­den. Da nach Mei­nung des Aus­füh­ren­den Pro­du­zen­ten Har­vey Wein­stein mit dem Phä­no­men der Dop­pel– und Drei­fach­vor­füh­run­gen kru­der Gen­re­filme in schä­bi­gen US-​​Seitenstraßenkinos außer­halb Ame­ri­kas kein Staat zu machen ist, tin­geln wir nun zwei­fach an die Kasse.

Tod­si­cher ist „Death Proof“ Taran­ti­nos schlech­tes­ter Film. Too Little — es geht um zu wenig. Und doch ist er ganz und gar nicht schlecht. Stets schwan­kend zwi­schen gelun­ge­ner Hom­mage an die bil­li­gen, unfer­ti­gen B-​​Movies der 70er und sinn­ent­leer­tem Trash, erfreuen wir uns an fledd­ri­gen Dia­lo­gen, gut gemein­ten Selbst­zi­ta­ten, Gewalt und Splatter.

Den dabei durch­aus mög­li­chen opti­schen Schliff von „Kill Bill“, den inhalt­li­chen Schick von „Reser­voir Dogs“, „Pulp Fic­tion“ oder „Jackie Brown“ ver­wei­gert Taran­tino, setzt sich als Bar­kee­per lie­ber selbst ins Bild und ver­kün­det eine 114 Minu­ten lange, läp­pi­sche Bot­schaft: Nur kucken, nicht anfas­sen! Darum geht’s. Nichts weiter.