Er gehört zu den Erlö­sern des Pop­kul­tur­ki­nos, den Neos, Fro­dos und Sky­wal­kers eben­bür­tig. Kurz bevor der siebte und letzte Band von Joanne K. Row­lings Phan­tas­tikro­m­an­reihe in der eng­li­schen Ori­gi­nal­fas­sung erscheint, kehrt Harry Pot­ter (Daniel Rad­cliffe) im Kino­nach­züg­ler „Der Orden des Pho­enix“ zu sei­nem fünf­ten Aus­bil­dungs­jahr nach Hog­warts zurück. Dort wird nicht nur seine Inte­gri­tät ange­zwei­felt, das Zau­be­rei­mi­nis­te­rium hat mit der heuch­le­ri­schen Pro­fes­so­rin Dolo­res Umbridge (Imelda Staun­ton) eine neue Dozen­tin für das Fach „Ver­tei­di­gung gegen die dunk­len Künste“ berufen.

Da deren zwei­fel­hafte Lehre den jun­gen Zau­be­rern lei­der über­haupt nicht wei­ter­hilft, wapp­net sich Harry mit einer klei­nen Gruppe Getreuer auf eigene Faust gegen Lord Volde­mort (Ralph Fien­nes), des­sen bevor­ste­hende Wie­der­kehr offen­bar kei­ner zur Kennt­nis neh­men möchte.

Fern­seh­an­wei­ser David Yates nimmt anstelle von Mike Newell auf dem Regie­stuhl Platz und weiß das Kino­for­mat nicht wirk­lich zu nut­zen: Statt der hand­lungs­ar­men, sich in ers­ter Linie mit den inne­ren Kon­flik­ten des Zau­ber­lehr­lings beschäf­ti­gen­den Vor­lage ent­spre­chend Figu­ren zu ent­wi­ckeln, beschränkt er sich bei sei­nem ver­dich­te­ten Hand­lungs­strang aufs Abha­ken von Plot­sta­tio­nen, eman­zi­piert sich viel zu wenig vom bis­lang längs­ten Band der Best­sel­ler­reihe, des­sen düs­tere Grund­stim­mung man 138 Minu­ten lang gleich­falls ver­geb­lich sucht. Er herrscht Sta­gna­tion kurz vor dem gro­ßen Finale.