Karls­ruhe — „Hail To The Freaks“! Wer die Ber­li­ner Beatsteaks kennt, konnte ahnen, was diese Jungs bei ihrem „Fest“-Gig auf der Bühne und davor anrich­ten wür­den. Da weiß nicht nur Jane nicht mehr, wo ihr der Kopf steht: Offi­zi­elle 80.000 fei­ern am Sams­tag­abend einen der fet­tes­ten Auf­tritte, die „Das Fest“ in sei­ner 23-​​jährigen Geschichte erlebt hat. Hier bin ich Steak, hier will ich rein! Unmit­tel­bar vor der Musik­bühne bleibt das Sound-​​Gebrutzel jedoch nicht ohne Folge.

Seit dem punkrock-​​poppigen „Smack Smash“ sind die Beat­bu­let­ten nicht mehr zu brem­sen. Core raus, Rock rein, dazu ein biss­chen pop­pig auf Ver­zer­rer schwe­ben, das wird gou­tiert und damit gekauft. Gerade live besin­nen sich Arnim Teutoburg-​​Weiß (Gesang), Peter Bau­mann, Bernd Kurzke (beide Gitarre), Tors­ten Scholz (Bass) und Tho­mas Gotz (Schlag­zeug) aber ganz gerne ihrer unbe­kann­ten Anfangs­tage; und das heißt schnel­ler, immer mal wie­der ange­schräg­ter, knal­li­ger Punk mit Hardcore-​​Elementen. Und diese Ener­gie muss auf der „Tanz­flä­che“ ent­spre­chend abge­lei­tet werden.

Wäh­rend die dicht­ge­dräng­ten Men­schen­streu­sel auf dem Hügel fast noch als mode­rat durch­ge­hen kön­nen, drü­cken sich unmit­tel­bar vor der ers­ten Absper­rung die Mas­sen der­art, dass Ver­an­stal­ter und Musi­ker die Bar­rie­ren aus Sicher­heits­grün­den ent­fer­nen las­sen, für die Jour­naille bleibt der Foto­gra­ben ver­bo­tene Zone. Gefahr gebannt, die band­ei­gene Beatsteaks-​​Security arbei­tet im Akkord und zieht Surf­wü­tige wie Bedrängte recht­zei­tig aus der Glut.

Hier bin ich Steak, hier darf ich’s sein!

Die Show über ihnen ist schlicht ganz groß, das gehört zu den „Top Of The Klotz“! Enga­ge­ment und Laune an der Arbeit über­tra­gen sich bis ganz nach hin­ten zum Mount Grape. Selbst hier, wo die Dezi­bel­zah­len deut­lich gemin­dert ankom­men, steht kei­ner mehr still, wäh­rend der Front­mann mit der Reib­ei­sen­stimme wild und doch anmu­tig, bei­nahe wie ein Tän­zer, zu den Songs von „Limbo Mes­siah“ über die Bret­ter fegt. Bis die Kreuz­ber­ger nach gut zwei Stun­den und mehr­ma­li­ger Wie­der­kehr zu Ende kom­men, gehen Publi­kum und Band lange schon „Hand In Hand“.

Obli­ga­to­risch ist der „Fest“-Flash für die Top-​​Acts beim Anblick der Men­schen­wand vor ihnen. Seit ges­tern Abend wis­sen das auch die Beatsteaks, man befin­det Karls­ruhe „gei­ler als Ber­lin“; und als Sän­ger Arnim zu „She Was Great“ an– und in sam­ti­gen Höhen­la­gen auf­setzt, die begeis­terte Menge auf Geheiß Feu­er­zeuge und Han­dys — jaja, die Zei­ten ändern sich — zum Leuch­ten bringt, wirkt das Areal wie eine ein­zige Geburts­tags­sah­ne­schnitte. Der Schluss­ak­kord bläst auch die Letz­ten aus der Ver­zü­ckung ob eines wah­ren Wunsch­kon­zer­tes. Die Beatsteaks ver­duf­ten, es bleibt was hän­gen: Yeah Baby, We Became Insame!