9. August 2007

Evan Allmächtig

„Du sollst dir kein Bild­nis noch irgend­ein Gleich­nis machen von dem, was oben im Him­mel ist.“ Ums ursprüng­lich zweite Gebot scherte sich Regis­seur Tom Shad­yac schon 2003 reich­lich wenig. Man schrieb Klein­stadt­re­por­ter Bruce Nolan, ver­kör­pert von Jim Car­rey, eine Erschei­nung ins Dreh­buch und ließ ihn als Urlaubs­ver­tre­tung vom Lie­ben Gott (Mor­gan Free­man) all­mäch­tig wer­den. Bruce musste schnell ler­nen, dass es mit erwei­ter­ten Körb­chen­grö­ßen von Frau­chen Grace und einem toi­let­ten­be­nut­zen­den Haus­tier lange nicht getan ist. Nun erwar­tet sein Rivale von damals, Nach­rich­ten­spre­cher Evan Bax­ter (Steve Carell), himm­li­schen Besuch.

Es kommt die Flut und Evan soll als moder­ner Noah eine Arche bauen. Zu Anfang will sich der frisch gewählte Kon­gress­ab­ge­ord­nete sei­ner Beru­fung in den Pro­phe­ten­stand noch wider­set­zen; bib­li­scher Bart und zot­te­lige Mähne sor­gen aber schon bald für den rech­ten Look. Und als sich tau­sende Tier­pär­chen an seine Fer­sen hef­ten, fin­det sich Evan lang­sam damit ab, vom Lan­des– in den Got­tes­dienst zu wechseln.

Die Quasi-​​Fortsetzung von „Bruce All­mäch­tig“ ist mit an die 200 Mil­lio­nen Dol­lar Pro­duk­ti­ons­kos­ten (noch) teu­erste Komö­die aller Zei­ten und das offen­bart sich in einer wah­ren Effektsint­flut. Für einen ech­ten Hei­den­spaß hätte die Mann­schaft um Anwei­ser Shad­yac aber weit­aus tie­fer in die Blas­phe­mie­kiste grei­fen dür­fen. Hal­ten wir’s mit Bruce Nolan: „Und so zer­brö­selt der Keks nun mal.“