30. August 2007

Ghost Rider

Johnny Blaze ist einer der weni­gen Anti-​​Helden im Mar­vel–Uni­ver­sum; eine gequälte Seele, die stets dem Bösen die­nen soll und meist doch das Gute schafft. Zu Teen­ager­ta­gen geht J.B. (Matt Long) einen Pakt mit dem Teu­fel ein: Um sei­nen an Lun­gen­krebs ster­ben­den Vater (Brett Cul­len) zu ret­ten, ver­kauft er Mephis­to­phe­les (Peter Fonda) seine Seele und lässt die große Liebe (Raquel Alessi) sit­zen. Jahre spä­ter ist der Kir­mes­fah­rer in zwei­ter Gene­ra­tion als Fach­mann für seine Motorrad-​​Stunts berühmt, da kehrt nicht nur die alte Flamme Roxanne (Eva Men­des) in sein Leben zurück.

Mephisto pocht auf den Pakt, denn sein auf­müp­fi­ger Filius Blackhe­art (Wes Bent­ley) will den alten Herrn vom Unter­welt­thron stür­zen und die Hölle auf Erden ent­fa­chen. Auf Blaze (Nico­las Cage) las­tet fortan der Fluch, des Nachts zum Kopf­geld­jä­ger des Satans zu mutie­ren. Als „Ghost Rider“ (Sony Pic­tures Home Enter­tain­ment) fegt er mit lich­ter­lo­hem Schä­del und H.-R.-Giger-Gedenk-Feuerstuhl durch die Stra­ßen, um die gefal­le­nen Engel zu bezwin­gen. Nur so kann der See­len­fän­ger die seine freikaufen.

Mark Ste­ven John­son ging beim „Dar­e­de­vil“ in die Marvel-​​Lehre und hat damit das Regie­rüst­zeug, die 1973 eta­blierte Comic-​​Reihe um Rache, Ver­gel­tung und die Kraft der Erlö­sung zu ver­ant­wor­ten. 110 Minu­ten lang lodert sein mit offen­sicht­li­chen „Faust“-Motiven ange­rei­cher­tes Effekt­spek­ta­kel. Mehr wird den Cha­rak­te­ren nicht zuge­stan­den, als brav Spa­lier zu ste­hen sobald die Wun­der­kerze brennt. Und mehr als das, voll­mun­dige „Easy Rider“-Zitate, die weit über eine geborgte Har­ley David­son hin­aus­rei­chen, und Cages mimi­sche Aus­drucks­kraft eines geschun­de­nen Hun­des brau­chen wir auch gar nicht zu sehen. Der High­way To Hell ist eine Einbahnstraße.