Dass der Ori­gi­nal­ti­tel des Best­sel­lers „Ensem­ble c’est tout“ von Anna Gavalda weit­aus weni­ger gestelzt klingt als sein deut­sches Pen­dant, liegt sicher nicht nur an der sprach­li­chen Ele­ganz, die dem Fran­zö­si­schen per se inne­wohnt. Der Inhalt dage­gen macht sich auch auf unse­ren Kino­lein­wän­den präch­tig. Und das wie­derum liegt gar nicht mal unbe­dingt und aus­schließ­lich an der ver­zü­cken­den Audrey Tau­tou. Auch wenn es immer noch ein biss­chen schwer fällt, nicht sofort an Amé­lies fabel­hafte Welt zu den­ken, sind es genau Stoffe wie die­ser, mit denen es ihr nach und nach gelin­gen könnte, sich von jener Para­de­rolle zu lösen, die sie 2001 berühmt gemacht hat.

In Claude Ber­ris Roman­ver­fil­mung von „Zusam­men ist man weni­ger allein“ spielt sie Camille, eine begabte Zeich­ne­rin, die lie­ber als Putz­frau wer­kelt und sich im zugi­gen Pari­ser Dach­zim­mer dem Leben ver­wei­gert. Hier wohnt auch der schüch­terne Hobby-​​Historiker Phi­li­bert (Lau­rent Sto­cker); in einer rie­si­gen Belle-​​Etage-​​Wohnung zusam­men mit sei­nem Bekann­ten Franck (Guil­laume Canet), Lebe­mann vom Typ selbst­be­zo­gen. Als man der krän­keln­den Camille Unter­schlupf gewährt, wächst die Wohn­ge­mein­schaft, bekocht und betrinkt, beschimpft und ver­söhnt man sich. Und dann zieht auch noch Francks cou­ra­gierte Groß­mut­ter Pau­lette (Françoise Ber­tin) ein.

Frank­reichs Regie-​​Genie betrach­tet in einem moder­nen Groß­stadt­mär­chen das Leben zwi­schen Herz­klop­fen, Eifer­sucht und Lie­bes­kum­mer mit einem ste­ten Lächeln; schaut sei­nen Figu­ren mit humo­ris­ti­schem Blick bei der Suche nach dem Glück zu und erzählt dabei zugleich eine sen­si­ble Lie­bes­ge­schichte. Ein rich­ti­ger See­len­schmeich­ler mit ange­nehm melan­cho­li­schen Momen­ten und viel­leicht doch nicht so ganz der Para­de­weg für Madame Tau­tou, um sich von ihrer Amé­lie zu emanzipieren.