13. September 2007

Ein mutiger Weg

Dass diese Frau tap­fer ist, wis­sen nicht nur Ver­eh­rer von Lara Croft und Mrs. Smith. Jetzt aber schlägt Hollywood-​​Traum Ange­lina Jolie einen wirk­lich muti­gen Weg ein: Sie über­nimmt die Haupt­rolle in der Ver­fil­mung der Memoi­ren von Mariane Pearl, mit der Michael Win­ter­bot­tom, Regis­seur von „The Road To Guan­ta­namo“, mal wie­der nach Pakis­tan (ent-)führt. Dort arbei­ten Mariane und ihr Ehe­mann Daniel (Dan Fut­ter­man), der als Südostasien-​​Korrespondent des „Wall Street Jour­nals“ in Sachen 11. Sep­tem­ber recher­chiert. Von einem sei­ner Inter­views kehrt er nicht wieder.

Al-​​Qaida-​​Terroristen haben den enga­gier­ten Jour­na­lis­ten in Karat­schi gekid­nappt. Win­ter­bot­tom schil­dert den bedin­gungs­lo­sen Kampf der schwan­ge­ren Mariane, die trotz aller Rück­schläge, beglei­tet von der zer­fres­sen­den Unge­wiss­heit über das Schick­sal ihres Man­nes und mit diplo­ma­ti­scher Unter­stüt­zung das Bezie­hungs­netz der Händ­ler und Unter­händ­ler nach­voll­zieht, um auf die Spur der Isla­mis­ten zu kom­men. Und die Ver­geb­lich­keit aller Mühen.

Die Ent­haup­tung von Danny Pearl Ende Januar 2002 läu­tet den letz­ten Akt die­ses Dra­mas ein, das mit Hand­ka­me­ras und hek­tisch geschnit­te­nen, von Flash­backs durch­setz­ten Sequen­zen nicht nur für viel Authen­ti­zi­tät bürgt, son­dern auch das bedrü­ckende Gefühl der Ohn­macht und Ver­zweif­lung über die Lein­wand treibt. Ein asso­zia­ti­ver Mon­ta­ges­til, auf den man sich aller­dings auch dies­mal ein­las­sen muss, will man Win­ter­bot­toms Werk über 108 Minu­ten ertragen.

Dann aber kann ein auf­wüh­len­des Drama wir­ken, in dem Ange­lina Jolie zum Schluss einen der mar­ker­schüt­terns­ten Schreie aus­stößt, den man seit lan­gem in einem Kino­saal ver­nom­men hat; und nach lan­gen Jah­ren end­lich wie­der ein­mal demons­triert, dass sie ihrer Berufs­be­zeich­nung ent­spre­chend immer noch schau­spie­len kann.