Eläkeläiset - "Humppakonsertto"Ein Elä­keläi­set–Kon­zert auf die Ton­spur zu beschrän­ken, ist irgend­wie ein biss­chen so, wie Por­no­schauen ohne Bild. Aber Schnaps drauf und Schwamm drü­ber, denn mit ihrem Live-​​Album „Hump­pa­kon­sertto“ (Humppa Records/​Stu­pido Records/​Indigo) kon­zen­trie­ren die Finnen-​​Spinner zum zwei­ten Mal auf CD, was sie am bes­ten kön­nen: nach­spie­len außer­halb ste­ri­ler Aufnahmekammern.

Fast kein Pop– und Rock­mu­si­ker, der in den zurück­lie­gen­den 15 Jah­ren seine gro­ßen Kom­po­si­tio­nen noch nicht im (schnel­len) Humppa– oder (lang­sa­men) Jenkka-​​Stil wie­der­ge­käut bekom­men hat. Der „Humppakonsertto“-Opener „Poro“ ent­puppt sich denn auch gleich als ein Ver­satz­stück aus Kraft­werks „Robo­ter“, dann hauen die vier Rent­ner end­lich rich­tig in Sai­ten und Tasten.

Die nach­fol­gen­den 21 Zweivierteltakt-​​Tracks sind eine gute Wahl zwi­schen weni­gen frü­hen Hits („Hum­pa­taan ja tans­sa­taan“ alias „Rock And Roll“ von Led Zep­pe­lin) und vie­len Ver­sio­nen vom Vor­gän­ger „Hump­pa­sir­kus“, wo man 2006 der Car­di­gans‘ „My Favo­rite Game“ („Hävi­sin lotossa taas“), Cameos „Word Up“ („Haumppa Rai­kaa“), „Like A Vir­gin“ von Madonna („Hump­pa­n­eit­syt“), Child­ren Of Bodom („Hate Me!“/„Vihaan Humppa“), Buzzcocks („Har­mony In My Head“/„Viinaa hanu­ristille“) und „Idiot Walk“ von den Hives („Hump­pa­idi­ootti“) in der Polka-​​Manege Männ­chen machen ließ.

Wer sich nicht sicher ist, wirft einen Blick ins Digi­pak und stellt fest, dass es die Sän­ges­brü­der Onni Varis (Key­board), Lassi Kin­nunen (Akkor­deon), Martti Varis (Bass), Pet­teri Halo­nen (Gitarre) und Kris­tian Vou­ti­lai­nen (Schlag­zeug) mit den Copyright-​​Angaben nicht ganz so genau genom­men haben; einige Künst­ler feh­len, andere sind trotz anstän­di­ger Wür­di­gung gar nicht auf der CD zu finden.

Das erhöht den Rate­spaß, denn wir erwar­ten noch Weezers Windows-​​95-​​Song „Buddy Holly“ („Puli­uk­ko­humppa“), „Domino Dancing“ von den Pet Shop Boys („Päi­vät­ans­sit“), den auf dem Album „Pah­vi­sche“ ver­öf­fent­lich­ten Maiden-​​Klassiker „Run To The Hills“ („Rant­ta­lih­umppa“), Him („Join Me“/„Humppasonni“), The Sounds mit „Living In Ame­rica“ („Hump­paa Suo­mesta“) oder Bon Jovis „Livin‘ On A Prayer“ („Elän Humpalla“).

Aus­klin­gen dür­fen die 75 Minu­ten „Hump­pa­kon­sertto“ mit einem wahn­wit­zi­gen Med­ley, das Judas Priests „Brea­king The Law“ („Hump­pa­laki“) um 2 Unli­mit­eds 90er-​​Dancefloor-​​Hit „No Limits“ („Hump­paa tai kuole“) man­telt. Das Zwi­schen­ge­plän­kel gibt’s im O-​​Ton, wir ver­ste­hen bei den Ansa­gen frei­lich nur Humppa und trotz Hör­buch­porno hat sich bei die­sem Zusam­men­schnitt von vier ver­schie­de­nen Heimat-​​Auftritten das gute Gefühl breit gemacht, viel­leicht doch irgend­wie dabei gewe­sen zu sein.