18. Oktober 2007

Der Sternwanderer

Allein bud­get­be­dingt grenzt das Neil Gai­mans Erwach­se­nen­mär ent­nom­mene König­reich Storm­hold nicht unmit­tel­ba­rer an Hog­warts oder Nar­nia; und lässt doch gerade die Chro­ni­ken sie­ben­mei­len­stie­fel­weit zurück. Das zwei­stün­dige Fantasy-​​Vergnügen beginnt in einer schick­sal­haf­ten Nacht, da gelobt der Jüng­ling Tris­tan (Char­lie Cox) sei­ner Hol­den Vic­to­ria (Sienna Mil­ler) ihr jenen Stern zu Füßen zu legen, der just hin­ter der Mauer ins magi­sche Reich geplumst ist.

Die nie­der­ge­gan­gene Schnuppe in Men­schen­ge­stalt heißt Yvaine (Claire Danes) und an deren inne­rer und äuße­rer Schön­heit haben auch die nicht mehr ganz kna­ckige Hexe Lamia (Michelle Pfeif­fer) und der desi­gnierte Thron­fol­ger Sep­ti­mus (Mark Strong) gestei­ger­tes Interesse.

Wer jemals etwas aus Gai­mans Feder gele­sen hat, weiß, dass man sich bei des­sen Schreibe um ori­gi­nelle Ein­fälle und Wen­dun­gen nicht zu sor­gen braucht. Und immer dann, wenn der „Star­dust“ unan­ge­nehm in der Nase kit­zelt, löst auch die Lein­wand­fas­sung das Auf­ge­staute; zer­stäubt den Kitsch mit fein­sin­ni­ger Iro­nie, zu deren bes­ten Momen­ten Robert De Niro als tun­ti­ger Luft­pi­rat gehört.

Wo andere Pro­duk­tio­nen kost­spie­lige Effekt­feu­er­werke zün­den, dosiert Regis­seur Matthew Vaughn seine Zau­be­rei, setzt ganz auf rot­zige Frech­heit, seine skur­ri­len Wel­ten samt ihr inne­woh­nen­der Figu­ren — und sim­sa­la­bim: Das Kino­mär­chen ward erwachsen.