19. Oktober 2007

Goodbye Bafana

„Basie­rend auf wah­ren Ereig­nis­sen.“ Ein Satz, der immer wie­der gerne als Ver­kaufs­ar­gu­ment her­hal­ten darf. Nur zu gut bekannt ist die Lei­dens­ge­schichte von Nel­son Man­dela, der 27 Jahre sei­nes Lebens als poli­ti­scher Gefan­ge­ner zubrin­gen muss, weil er sich als füh­ren­des Mit­glied des Afri­can Natio­nal Con­gress und erklär­ter Geg­ner der Apart­heid gegen die Knech­tung 20 Mil­lio­nen Schwar­zer durch vier Mil­lio­nen Weiße wehrt. Diese Geschichte erle­ben wir in „Good­bye Ban­fana“ (X Ver­leih/​War­ner Home Video) nun aus Sicht von Man­de­las (Den­nis Hays­bert) Gefäng­nis­wär­ter James Gre­gory (Joseph Fiennes).

Auf Rob­ben Island, wo das Regime seine Unlieb­sa­men weg­sperrt, soll der über­zeugte Ras­sist auch jenen Mann aus­spio­nie­ren, der 1994 ers­ter schwar­zer Prä­si­dent des Lan­des wird; ein Dicht-​​an-​​Dicht, wel­ches das Den­ken des Bewa­chers über zwei Deka­den von Grund auf ändert. Auch wenn die Memoi­ren Gre­go­rys für sub­jek­tive Authen­ti­zi­tät bür­gen, ver­langt eine sol­che Wand­lung genaue psy­cho­lo­gi­sche Cha­rak­te­ri­sie­run­gen und sorg­fäl­ti­gen Handlungsaufbau.

Die­sen Vor­ga­ben ste­hen emo­ti­ons­arme Dar­stel­ler und ein nar­ra­ti­ver Umweg ent­ge­gen, der Erwe­ckungs­er­leb­nisse zu zügig abhakt, aber nie­mals deut­lich her­aus­ar­bei­tet. Trotz aller rich­ti­gen und wich­ti­gen Absich­ten wiegt dem Film des Dänen Bille August die Last der Ver­ant­wor­tung für seine his­to­ri­sche Figur schwer; schleppt sich über 114 Minu­ten behä­bi­ges Geschichts­kino, das his­to­ri­sche Fak­ten zum ver­träum­ten Polit-​​Rührstück verklärt.