15. Oktober 2007
Independent Days Vol. 01 — Wir können alles. Außer Hollywood.
„Wir können alles. Außer Hollywood.“ Ein leicht verfremdeter Slogan, der sich so gut verkauft hat, dass die Erstausgabe der „Independent Days Vol. 01″ von 2003 restlos vergriffen war. Nicht mehr, denn der Kurzfilmklassiker ist zurück: Das Karlsruher Label Bohemia Filmkunst hat die Premierenzusammenstellung seiner Besten vom gleichnamigen Low– und No-Budget-Festival folgerichtig erneut ins Rennen geschickt.
Kult ist die Short-Movie-Schatzkiste alleine ob „Das Leben des C. Brunner“, dem fiktiven Bewerbungsgespräch auf der Toilette der Filmakademie Baden-Württemberg zwischen gegängeltem Aspirant (Stefan Lampadius) und reizdarmgeplagtem Lehrkörper (Steffen Jürgens) — eine achtminütige Format-Sternstunde in schwarzweiß!
Das Restprogramm hin zur summierten Spielfilmlänge komplettieren Kurzgeschichten über sprechende Schaufensterpuppen („Familie Krassnick“) und sprachlose Zeichentrickmafiosi („Zwofünf“), durchgedrehte Einzelgänger („Psychosis“) und hängengebliebene Vielfahrer („Citizen Subway“); über arglistige Alchemisten („Blackford Stories“) und arglose Pornofilmer („Sex Sells“), alterssenile Glückspilze („Lotto Normal“), blinde Eifersucht („Absturzstelle“) und Guido Tölkes „Totengräber“.
Verändert hat sich abgesehen vom Cover-Artwork in der zweiten Auflage „Vol. 01″ (Bohemia Filmkunst/Alive) nichts, aber wozu schon? Diese Zehn nun also einmal mehr publikumsvotierten Kurzfilme zwischen Humor und Horror zeigen schließlich immer noch: Können ist alles. Nur keine Frage des Budgets.
