„Wir kön­nen alles. Außer Hol­ly­wood.“ Ein leicht ver­frem­de­ter Slo­gan, der sich so gut ver­kauft hat, dass die Erst­aus­gabe der „Inde­pen­dent Days Vol. 01″ von 2003 rest­los ver­grif­fen war. Nicht mehr, denn der Kurz­film­klas­si­ker ist zurück: Das Karls­ru­her Label Bohe­mia Film­kunst hat die Pre­mie­ren­zu­sam­men­stel­lung sei­ner Bes­ten vom gleich­na­mi­gen Low– und No-​​Budget-​​Festival fol­ge­rich­tig erneut ins Ren­nen geschickt.

Kult ist die Short-​​Movie-​​Schatzkiste alleine ob „Das Leben des C. Brun­ner“, dem fik­ti­ven Bewer­bungs­ge­spräch auf der Toi­lette der Film­aka­de­mie Baden-​​Württemberg zwi­schen gegän­gel­tem Aspi­rant (Ste­fan Lam­pa­dius) und reiz­darm­ge­plag­tem Lehr­kör­per (Stef­fen Jür­gens) — eine acht­mi­nü­tige Format-​​Sternstunde in schwarzweiß!

Das Rest­pro­gramm hin zur sum­mier­ten Spiel­film­länge kom­plet­tie­ren Kurz­ge­schich­ten über spre­chende Schau­fens­ter­pup­pen („Fami­lie Krass­nick“) und sprach­lose Zei­chen­trick­ma­fiosi („Zwo­fünf“), durch­ge­drehte Ein­zel­gän­ger („Psy­cho­sis“) und hän­gen­ge­blie­bene Viel­fah­rer („Citi­zen Sub­way“); über arg­lis­tige Alche­mis­ten („Black­ford Sto­ries“) und arg­lose Por­no­fil­mer („Sex Sells“), alters­se­nile Glücks­pilze („Lotto Nor­mal“), blinde Eifer­sucht („Absturz­stelle“) und Guido Töl­kesToten­grä­ber“.

Ver­än­dert hat sich abge­se­hen vom Cover-​​Artwork in der zwei­ten Auf­lage „Vol. 01″ (Bohe­mia Film­kunst/​Alive) nichts, aber wozu schon? Diese Zehn nun also ein­mal mehr publi­kums­vo­tier­ten Kurz­filme zwi­schen Humor und Hor­ror zei­gen schließ­lich immer noch: Kön­nen ist alles. Nur keine Frage des Budgets.