Ratatouille
Natürlich hat jeder Feinde. Pixar fürchtet Dreamworks, lässt sich deshalb vom Walt Disney-Konzern fressen und die gemeine Ratte hat Angst vorm Küchenchef. Der kleine Held des neuen Pixar-Animationsstreifens "Ratatouille" ist so ein Nager. Schließlich kennt sich die Trickfilmschmiede bestens aus im Tierreich. Doch wenn der schnufflige Remy im Gourmet-Tempel seines großen Kochidols Auguste Gusteau landet, betreten auch wir neue Flecken auf der Landkarte; und das hat am wenigsten damit zu tun, dass die Story nicht in Amerika, sondern Paris angesiedelt ist.Dort wird der mit famosem Geruch- und Geschmacksinn gesegnete Remy Souffleur des ungeschickten Küchenjungen Linguini und gemeinsam will man entgegen aller Widerstände das in Gusteaus Nachfolge schlecht und ganz entgegen seinem Motto "Anyone Can Cook" geführte Sterne-Restaurant wieder salonfähig machen.
Mit jedem Film definiert Pixar den Standard im Animations-Genre von Neuem und diesmal wird's besonders interessant, weil technische und erzählerische Innovation gleichauf sind. Ein echter Leinwandleckerbissen, in dem Brad Bird, Anweiser von "The Incredibles", entgegen aller üblichen Filmdramaturgie Regie führt.Die zuletzt mit "Cars" am Kinostart etwas schwächelnden Trickfilmer verkochen in ihrem achten Werk eine gewitzte Success-Story, die sich im Laufe von 111 brodelnden CGI-Minuten zur klugen Parabel auf Toleranz, Loyalität, Läuterung, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen mausert.
Dabei lässt sich bei den butterweichen Bildern aus Perspektiven, die so von einer realen Kamera niemals eingefangen werden könnten, oft nicht mehr sagen, ob wir es hier mit animierten Szenarien zu tun haben oder uns schon in der Realität bewegen. Jeder kann kochen? Vielleicht. Aber das ist definitiv die Haute Cuisine des Sujets und ein solcher Film gelingt wohl nur Pixar.Labels: Kino

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