3. Oktober 2007

Ratatouille

Natür­lich hat jeder Feinde. Pixar fürch­tet Dream­works, lässt sich des­halb vom Walt Disney-​​Konzern fres­sen und die gemeine Ratte hat Angst vorm Küchen­chef. Der kleine Held des neuen Pixar-​​Animationsstreifens „Rata­touille“ ist so ein Nager. Schließ­lich kennt sich die Trick­film­schmiede bes­tens aus im Tier­reich. Doch wenn der schnuff­lige Remy im Gourmet-​​Tempel sei­nes gro­ßen Kochi­dols Auguste Gus­teau lan­det, betre­ten auch wir neue Fle­cken auf der Land­karte; und das hat am wenigs­ten damit zu tun, dass die Story nicht in Ame­rika, son­dern Paris ange­sie­delt ist.

Dort wird der mit famo­sem Geruch– und Geschmacksinn geseg­nete Remy Souf­fleur des unge­schick­ten Küchen­jun­gen Lin­guini und gemein­sam will man ent­ge­gen aller Wider­stände das in Gus­teaus Nach­folge schlecht und ganz ent­ge­gen sei­nem Motto „Anyone Can Cook“ geführte Sterne-​​Restaurant wie­der salon­fä­hig machen.

Mit jedem Film defi­niert Pixar den Stan­dard im Animations-​​Genre von Neuem und dies­mal wird’s beson­ders inter­es­sant, weil tech­ni­sche und erzäh­le­ri­sche Inno­va­tion gleich­auf sind. Ein ech­ter Lein­wand­le­cker­bis­sen, in dem Brad Bird, Anwei­ser von „The Incredi­bles“, ent­ge­gen aller übli­chen Film­dra­ma­tur­gie Regie führt.

Die zuletzt mit „Cars“ am Kino­start etwas schwä­cheln­den Trick­fil­mer ver­ko­chen in ihrem ach­ten Werk eine gewitzte Success-​​Story, die sich im Laufe von 111 bro­deln­den CGI-​​Minuten zur klu­gen Para­bel auf Tole­ranz, Loya­li­tät, Läu­te­rung, Risi­ko­be­reit­schaft und Durch­hal­te­ver­mö­gen mausert.

Dabei lässt sich bei den but­ter­wei­chen Bil­dern aus Per­spek­ti­ven, die so von einer rea­len Kamera nie­mals ein­ge­fan­gen wer­den könn­ten, oft nicht mehr sagen, ob wir es hier mit ani­mier­ten Sze­na­rien zu tun haben oder uns schon in der Rea­li­tät bewe­gen. Jeder kann kochen? Viel­leicht. Aber das ist defi­ni­tiv die Haute Cui­sine des Sujets und ein sol­cher Film gelingt wohl nur Pixar.