The BossHoss - "Stallion Battalion"„Hey Ya“ in „Yee Haw“; und was Out­kasts Hit wider­fah­ren ist, sollte vor Künst­lern wie Emi­nem, den Beas­tie Boys, Billy Idol, Elvis Pres­ley, Beck, Plas­tic Bertrand oder den White Stri­pes nicht scheu machen. Cover-​​Country, aber cool! Anstelle der „Seven Nation Army“ trom­meln die zwei Groß­stadt­cow­boys von The Boss­Hoss auf ihren Neu­ling das „Stal­lion Bat­ta­lion“ (Island/​Uni­ver­sal) zusam­men; und dies­mal prä­sen­tiert man erst­mals über­wie­gend Mate­rial aus eige­nem Gestüt.

Fans ers­ter Stunde konnte sich ja schon auf „Rodeo Radio“ lang­sam umge­wöh­nen, denn das zweite Album der Front­man­nen Alec „Boss Burns“ Völ­kel und Sascha „Hoss Power“ Voll­mer bot viel Selbst­kom­po­nier­tes; jetzt sind zehn von 14 aus dem Hause Hoss. Und der Opener steigt gleich kräf­tig Spo­ren: Schier abge­wor­fen wird der Hörer bei „Stal­lion Bat­ta­lion“, knal­lige Punk-Rock(abilly)-Härte, hook– und hit­ver­däch­tig! Als „Country-​​Trash-​​Punk-​​Rock“ haben die glor­rei­chen Sie­ben ihren Sound schon immer bezeich­net, jetzt wis­sen wir also, wie das in Rein­form klingt.

Über­haupt gehen die ers­ten drei Rock ‚n‘ Rodeo-​​Plätze an sel­bige Album-​​Nummern; auch, wenn Sil­ber und Bronze einen Schritt nach oben respek­tive nach unten tun müs­sen. An zwei­ter Stelle: Das wört­lich zu neh­mende „Shake & Shout“, ein wil­der Ritt durch die Musik­prä­rie, der durch Ham­mond­or­gel ordent­lich 70er-​​Flair sat­telt und beim Cho­rus so rich­tig los­ga­lop­piert. Hin­ter­her trabt das „Mon­key Busi­ness“, eine durch und durch läs­sige Country-​​Nummer aufs Musik­ge­schäft samt Klischee-​​Mundharmonika-​​Begleitung.

So klasse sich die­ser Dreier zu Beginn prä­sen­tiert, die übri­gen Züch­tun­gen von Sascha Voll­mer kom­men trotz pracht­vol­len Aus­rei­ßern wie dem stal­ben­den „Truck ‚n‘ Roll Rules“, „Omni­sci­ent Lover“ oder „José And Myling“ im Ver­gleich dazu nicht so recht in die Hufe; zu ähn­lich und zu wenig ein­gän­gig, zu ein­falls­los gera­ten die Song­struk­tu­ren. Aber da sind ja noch die stil­si­cher ver­frem­de­ten Country-​​Cover-​​Tracks „Ever­y­thing Counts“, „Drop It Like It’s Hot“, „Gay Bar“ oder „Polk Salad Annie“.

Noch braucht der Wild Bunch wohl Unter­stüt­zung von Depe­che Mode, Snoop Dogg, den Elec­tric Six oder Tony Joe White und so lange dür­fen alle eiser­nen Ver­fech­ter von „Like Ice In The Suns­hine“ wei­ter­hin die „Inter­nash­ville Urban Hymns“ anstim­men. Dabei ist es Zeit, den Staub aus der Hose zu klop­fen. Dass blo­ßes Umsat­teln kein Kon­zept von Dauer sein muss, wis­sen Humppa-​​Freunde.

Auch die Fin­nen­spin­ner Elä­keläi­set konn­ten die eigene Krea­ti­vi­tät bald nicht mehr zügeln, um dann doch wie­der rück­fäl­lig zu wer­den und mun­ter drauf­los zu covern. So weit ist man in Ber­lin noch nicht. Wenn The Boss­Hoss aber ihren jähr­li­chen Ver­öf­fent­li­chungs­tur­nus bei­be­hal­ten und die selbst gelegte Hürde der ers­ten Tracks zu neh­men wis­sen, könnte es schon bei der nächs­ten Kop­pel­lee­rung im VÖ-​​Jahr 2008 hei­ßen: Kein Cover, aber Coun­try? Cool!