22. November 2007

2 Tage Paris

Wenn die erste Ver­liebt­heit der Nor­ma­li­tät gewi­chen ist, lässt spä­tes­tens das Vor­stel­lig­wer­den bei den Schwie­ger­el­tern die Her­zen wie­der höher schla­gen. Das steht auch Wahl-​​Amerikanerin Marion (Julie Delpy) und ihrem New Yor­ker Lover Jack (Adam Gold­berg) bevor, als sie auf dem Rück­weg vom Europa-​​Erholungstrip noch schnell für zwei Tage bei Maman (Marie Pil­let) an der Seine abstei­gen. Dort droht Jack der Kul­tur­schock: Die Cui­sine ist seine Küche nicht, im Burger-​​Lokal will man ihn par­tout nicht ver­ste­hen, über­haupt den­ken Fran­zo­sen jeden Alters nur an Sex und hal­ten die Amis von vorn­her­ein für prüde und blöde.

Skur­rile Taxi­fah­rer, lüs­terne Künst­ler wie Mari­ons Papa (Albert Delpy), zu enge Pari­ser und stän­dige Begeg­nun­gen mit den unge­bro­chen ambi­tio­nier­ten Ex-​​Liebhabern sei­ner Ange­be­te­ten sor­gen dafür, dass sich der US-​​Boy bald völ­lig über­for­dert fühlt.

Die fran­zö­si­sche Aktrice Julie Delpy steht vor wie hin­ter dem Culture-​​Clash-​​Spaß „2 Tage Paris“ (3L Film­ver­leih/​E-​​M-​​S); durch­misst im Regie­de­büt die kul­tu­rel­len Grä­ben zwi­schen Europa und Über­see. Ihre Bezie­hungs­ko­mö­die bril­liert über 100 Minu­ten immer lebens­nah zwi­schen amü­sant und obs­zön, die sich zuspit­zen­den Miss­ver­ständ­nisse unter­ma­len Klänge aus der fran­zö­si­schen Szene, The Rough­to­nes („Dead Lover“) und die fröh­li­che Retro­num­mer „Lalala“, Del­pys musi­ka­li­sche Koope­ra­tion mit Nou­velle Vague. Als wär’s nicht schon so abso­lut superbe.