In jedem Kli­schee liegt Wahr­heit. Schließ­lich ver­ein­fa­chen Ste­reo­type nicht nur, sie beru­hen auf häu­fig anzu­tref­fen­den Mus­tern. Wer sich für das pro­blem­be­la­dene Ver­hält­nis der Geschlech­ter inter­es­siert, dem ist das mit Erkennt­nis­sen aus Gehirn– und Evo­lu­ti­ons­for­schung sowie Ver­hal­tens­psy­cho­lo­gie amü­sant auf­ge­peppte „Warum Män­ner nicht zuhö­ren und Frauen schlecht ein­par­ken“ ein Begriff. Dass das Sach­buch von Allan und Bar­bara Pease trotz­dem nicht nur schwer am Stück zu lesen, son­dern ebenso zu schauen ist, zeigt uns Lean­der Hauß­manns Ver­fil­mung.

Seine bei­den rein funk­tio­nal ange­leg­ten Cha­rak­tere Jan (Benno Für­mann, der einen geleck­ten Frau­en­schwarm abge­ben soll) und Kat­rin (Jes­sica Schwarz) ler­nen sich lie­ben, weil sie sein zweit­bes­tes Stück ram­po­niert. Har­mo­ni­sche Bezie­hung den­noch aus­ge­schlos­sen, weil weder er dem spek­ta­ku­lä­ren Dekol­leté sei­ner Sekre­tä­rin Angie (Nadja Becker) noch sie der plum­pen Balz des schrift­stel­lern­den Jona­than (Uwe Och­sen­knecht als ver­meint­li­ches Alpha­männ­chen) wider­ste­hen kann.

Nach­den­ken ist keine Option, denn Schuld hat die Evo­lu­tion, die den Stein­zeit­men­schen in uns hat wei­ter­le­ben las­sen. 103 Minu­ten stra­pa­ziert Hauß­mann die dar­aus resul­tie­ren­den Männlein-​​Weiblein-​​Vorurteile, ver­un­stal­tet einen leid­lich hei­te­ren Lehr­film aber mit platt­hu­mo­ri­gen Pein­lich­kei­ten. Eigent­lich ganz und gar nicht typisch.