29. November 2007
Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken
In jedem Klischee liegt Wahrheit. Schließlich vereinfachen Stereotype nicht nur, sie beruhen auf häufig anzutreffenden Mustern. Wer sich für das problembeladene Verhältnis der Geschlechter interessiert, dem ist das mit Erkenntnissen aus Gehirn– und Evolutionsforschung sowie Verhaltenspsychologie amüsant aufgepeppte „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ ein Begriff. Dass das Sachbuch von Allan und Barbara Pease trotzdem nicht nur schwer am Stück zu lesen, sondern ebenso zu schauen ist, zeigt uns Leander Haußmanns Verfilmung.
Seine beiden rein funktional angelegten Charaktere Jan (Benno Fürmann, der einen geleckten Frauenschwarm abgeben soll) und Katrin (Jessica Schwarz) lernen sich lieben, weil sie sein zweitbestes Stück ramponiert. Harmonische Beziehung dennoch ausgeschlossen, weil weder er dem spektakulären Dekolleté seiner Sekretärin Angie (Nadja Becker) noch sie der plumpen Balz des schriftstellernden Jonathan (Uwe Ochsenknecht als vermeintliches Alphamännchen) widerstehen kann.
Nachdenken ist keine Option, denn Schuld hat die Evolution, die den Steinzeitmenschen in uns hat weiterleben lassen. 103 Minuten strapaziert Haußmann die daraus resultierenden Männlein-Weiblein-Vorurteile, verunstaltet einen leidlich heiteren Lehrfilm aber mit platthumorigen Peinlichkeiten. Eigentlich ganz und gar nicht typisch.
