1. Dezember 2007
Die Kippe
Karlsruhe — „Studentenkneipe mit Kultstatus“, so positioniert sich die Kippe, seit über 30 Jahren der Anlaufpunkt in Karlsruhes Oststadt. In gemütliches Rot ist das Lokal mit der stilprägenden Emaillebeschilderung seit kurzem getaucht, ansonsten hält man sich gezwungenermaßen rauchfrei, pflegt aber Traditionen.
Der auf dem Tresen bereitliegende Tabak für die kostenlose Zigarette zum Selberdrehen hat die Gesetzgebung nicht verdrängen können. Zuvor ist es eigentlich (auch für Nicht-Akademiker) Pflicht, eines der sechs Studi-Essen zu appetitlichen 2,90 Euro oder die legendäre Curry-Wurst für 1,99 Euro zu ordern. Als Lektüre liegt die hauseigene „Kippe-Zeitung“ bereit. Dabei darf’s ohne weiteres später werden: Bis Ladenschluss offeriert man das volle Küchenprogramm.
Die genommene Grundlage können die bunt gemischten Gäste von 22 verschiedenen Sorten Bier umspülen, darunter zwölf vom Fass; oder sie gönnen sich einen der 30 Cocktails, die ab 21 Uhr die Getränkekarte erweitern. Schnäpse und Liköre hat die Kippe ebenso vorrätig, natürlich auch das erklärte Lieblingsgetränk der Belegschaft, den Jägermeister.
Schließlich gibt’s wieder Grund genug zum Anstoßen: Wo zuvor nur am Tischkicker Treffer verflucht und bejubelt wurden, darf man sich seit dem Aufstieg des KSC auch auf die allwöchentliche Großbildleinwand-Live-Übertragung freuen. Apropos: Seit Herbst 2007 spielt jeden Samstag eine Band und das bei freiem Eintritt. Auch der Kult braucht seine Pflege.
Gottesauerstraße 23, 76131 Karlsruhe, Telefon 0721/697829, 8–1 Uhr, Fr, Sa, vor Feiertagen 8–3 Uhr
