24. Januar 2008

Könige der Wellen

Exem­plare aus der Gat­tung flug­un­fä­hi­ger Süd­halb­ku­gel­see­vö­gel sind bei den CGI-​​Schmieden gern genom­men. Sie waren die heim­li­chen Stars in „Mada­gas­car“, die offen­sicht­li­che­ren in „Happy Feet“ und auch im zwei­ten Werk von Sony Pic­tures Ani­ma­tion ist ein Pin­guin der Haupt­dar­stel­ler. Neu ist die unkon­ven­tio­nelle Her­an­ge­hens­weise an eine ansons­ten reich­lich unspek­ta­ku­läre Geschichte: Im Mockumentary-​​Stil fol­gen wir einem Kame­ra­team und Möch­te­gern­sur­fer Cody Maverick (gespro­chen von Robert Stad­lober) zum „Memo­rial Cup“.

Über­ra­gend ist er so weit ein­zig darin, sei­nem Idol Big Z (Tho­mas Fritsch) nach­zu­ei­fern, der einst im Wel­len­ritt gegen den amtie­ren­den Champ Tank Evans töd­lich ver­un­glückt ist. Dann taucht die Legende wie­der auf, Cody hat einen Men­tor und mit einem Mal auch echte Chancen.

Getrie­ben von pun­ki­gem Green-​​Day-​​Sound gefällt die Aufsteiger-​​Story mit skur­ri­len Typen wie Codys Dude Chi­cken Joe oder Surf-​​Promoter Reg­gie Bel­a­fonte, dem Nage­tier mit Don King-​​Mähne. Den Ansatz der Doku­par­odie locker durch­hal­tend, ver­set­zen die Macher ihre 86 Minu­ten mit Interview-​​Einspielern, wack­li­ger Hand­ka­mera oder auf alt getrimm­ten Archiv-​​Aufnahmen und las­sen als Gim­mick auch schon mal Was­ser­trop­fen an die Linse spritzen.

Von der visu­el­len Wucht war auch die Aca­demy über­zeugt und so tritt „Könige der Wel­len“ (Sony Pic­tures Home Enter­tain­ment) am Sonn­tag, 24. Februar, im „Oscar“-Wettstreit um den „Bes­ten Ani­ma­ti­ons­film“ gegen „Per­se­po­lis“ und „Rata­touille“ an. Da aller­dings wird denn auch ein Big Z nichts mehr rich­ten können.