11. Januar 2008
Trigon — „Live 2007″
Heavy-Zen-Jazz ade. Power-Space-Kraut-Jam-Rock nennt das Trio Trigon aus Karlsruhe von nun an nicht ganz unbegründet sein vom Krautrock und den Elegiemomenten im Progressive fasziniertes Soundgebrodel, das auch zu jazzigen Elementen ganz schwer nein sagen kann. Mit der anstehenden Veröffentlichung der neuen, eigenverlegten DVD „Live 2007″ variiert also das angewöhnte Etikett. Und der Inhalt auch.
Es erinnert zwei Jahre nach dem bis dato letzten Studioalbum „Emergent“ immer noch an improvisierte Jam-Sessions, was die Brüder Rainer (Gitarre) und Stefan (Bass) Lange mit Felltracktierer Tihomir „Timi“ Lozanovski aus aus ihren Instrumenten herausholen und das mag — wie vom (Prog-)Rock Magazin „Eclipsed“ treffend beschrieben — „für den einen ein belangloses Gefiedel sein, für den anderen ist dies eine Gitarrenorgie“.
Aber die fidele Frickelei — abgefilmt bei der „Zappanale“, einem jährlichen Musikfestival in Bad Doberan zu Frank Zappas Ehren — steigt diesmal auf festem Boden. Stabil verdrängt fragil: Anstelle des Weitschweifigen, ja fast ein bisschen Beliebigen, stehen 14 bekannte, aber kompakte, fokussierte Tracks (allesamt auch in mp3-Fassung enthalten), deren Charakter sich nun erst so richtig zu entfalten scheint.
Und das hält man sogar durch, wenn Rainers singende Ibanez während der langen Live-Soli den tragenden Part einnimmt. Die Arrangements ummanteln, wenn der Bass samt dem stets gleichwertigen Begleiter Schlagzeug vornehmlich damit beschäftigt ist, der E-Gitarre den roten Teppich auszurollen; wenn sie eine gute Stunde lang zu jenen sphärisch-psychedelischen Alleingängen ansetzt, die einzig das Wah-Wah-Pedal noch bremsen kann. Da ist es umso schöner, dass die Band für ihre definitiven Versionen ein „Best Of“ aus knapp 20 Jahren Trigon auf der Setlist stehen hat. Jetzt also Power-Space-Kraut-Jam-Rock… Ach, schmeiß einfach die Frickel-Machine an, Rainer!
