14. Februar 2008
Das Waisenhaus
Guillermo del Toro steht seit dem weltweit verehrten „Pans Labyrinth“ für große Kinokunst. Und wenn so einer seinem langjährigen Freund das Regiedebüt finanziert, dann sollte man nicht zurückschrecken. Zumal dem „Waisenhaus“ weniger Schocker denn grusliger Suspense innewohnt.
Als Laura (Belén Rueda) mit ihrem siebenjährigen HIV-infizierten Sohn Simón (Roger Príncep) an jenen titelgebenden Ort zurückkehrt, der Teil ihrer eigenen Kindheit war, will sie das leerstehende Anwesen in bester Absicht mit neuem Kinderleben füllen. Es mehren sich allerdings nur Simóns imaginäre Freunde, dann verschwindet er spurlos. Und seine Mutter glaubt mehr und mehr, dass ihn ruhelose Seelen zu sich genommen haben.
Del Toros Geist ist spürbar; der spanische Neuling Juan Antonio Bayona baut wie sein Förderer sorgsam Atmosphäre auf, setzt auf durchkomponierte Bilder, weiß Licht und Schatten zu gebrauchen. Obwohl es während der 105 Minuten nur wenige wahre Schockmomente gibt, verströmt „El Orfanato“ eine ständige Bedrohung. Ungewissheit herrscht sowieso: Ist Mutter Laura hochgradig traumatisiert oder spukt es hier tatsächlich, lautet die latente Frage einer hausgemachten Tragödie.
