7. Februar 2008

Der Jane Austen Club

Wer musste noch nicht mit einer Hol­den über gefühlte zehn Stun­den „Stolz und Voru­teil“ schauen? Weil das gute Dut­zend ihrer bekann­ten Romane nun gott­lob nicht jedes Jahr neu ver­filmt wer­den kann und Julian Jar­rold kürz­lich in einer bio­gra­fi­schen Kos­tüm­romanze über das Lie­bes­le­ben Jane Aus­tens und des­sen Ein­fluss auf ihr Werk spe­ku­liert hat, bedient man sich nun des ele­gan­ten Kunst­griffs, mit Karen Joy Fow­lers Buchclub-​​Bestseller das Eng­land des 19. Jahr­hun­derts ins Kali­for­nien von heute zu holen.

Fünf Frauen tref­fen sich monat­lich, um über Sinn und Sinn­lich­kei­ten zu dis­ku­tie­ren: Syl­via (Amy Bren­ne­man), nach lan­gen, weni­ger glück­li­chen Ehe­jah­ren ver­las­sen und Anlass zur Zir­kel­grün­dung für Freun­din Ber­na­dette (Kathy Baker), ihre les­bi­sche Toch­ter Alle­gra (Mag­gie Grace), die ver­snobte Leh­re­rin Pru­die (Emily Blunt) sowie Sin­gle Joce­lyn (Maria Bello), die den ein­zi­gen Mann mit in den Club bringt. Grigg (Hugh Dancy) schaut eigent­lich lie­ber „Buffy“-Staffeln am Stück, hofft aber ins­ge­heim, mit sei­nem Erschei­nen bei Joce­lyn punk­ten zu können.

Wenn diese Truppe tagt, gif­ten die Bli­cke, pikiert das Mie­nen­spiel, hält man sich hin­ter Aus­tens Roman­fi­gu­ren mas­kiert gegen­sei­tig die Marot­ten vor. Um sich dar­über herz­lich zu amü­sie­ren, muss man weder weib­lich sein noch der Bri­tin Bücher ken­nen. Des­we­gen gleich zum Lieb­ha­ber ihrer Lite­ra­tur zu wer­den, ist dann aber doch noch­mal eine ganz andere Geschichte.