14. Februar 2008
John Rambo
Sein „Rocky Balboa“ konnte sich wider Erwarten nicht nur an der Kasse, sondern auch bei den Kritikern wacker schlagen. Sylvester Stallones zweite 80er-Ikone hat da bei letzterer Disziplin schon immer einen schwereren Stand. Das Image der Geschichte um den Vietnamveteran leidet unter ihren miesen Fortsetzungen. Doch 20 Jahre nach „Rambo III“ steigt nicht nur der Bodycount.
236 Tote will man gezählt haben, das wären 2,59 pro Filmminute und könnte hinkommen. Bevor er amputieren darf, sehen wir den maulfaulen Helden, wie er in Thailand als Schlangenfänger seinen Frieden mit dem Krieg gemacht hat. Dann lässt sich Rambo überreden, eine Gruppe missionarischer Gutmenschen zum Dorf der christlichen Karen-Minderheit zu schippern und gerät im Dschungel Burmas an die mordende Militärregierung.
Erfreulicherweise nicht von nationalen Interessen gelenkt, agiert Stallones Ein-Mann-Armee John Rambo, die er auch als Regisseur und Drehbuchautor anführt, bis auf wenige Szenen ironiefrei und in drastisch brutaler Schlichtheit. Dann schleppt er seinen Rächer heim; im Reinen mit sich und der Welt.
