AKa Frontage - "Mikado Imperial"
Eine Totgeburt legt sich eigentlich keiner gerne ins Nest. Die sieben Ettlinger AKa Frontage haben ihren Bastard trotzdem Crossover getauft. Abgesegnet, weil ganz eigen geraten und auf "Mikado Imperial" (Eigenvertrieb) entlocken sie dem "Auf Augenhöhe"-Nachfolger nochmals neue Betonungen: Reggae, Jazz oder funky Versätze mischen sich akzentfrei unter 14 Tracks, denen nur noch der Sprechgesang gemeinsam ist.Sogar Techno-Beats sind diesmal kein Tabu ("Let's Dance"). Bandstilprägend für ihre Art von Crossover, der nur selten (dann aber satt: "Nach langer Zeit", "Zeillos") so rüde und ungehobelt klingt wie bei den Umkreiskollegen Rough Lingo, ist neben dem A-Saiter das E-Piano von Christian "Didi" Dittrich. Es verschafft sich immer mehr Klangraum, veredelt dominant und dominanter dünner Instrumentiertes.
Im "Zwischenbericht" etwa lassen AKa Frontage über knapp sieben Minuten ihren Werdegang weit vor der offiziellen Gründung im Dezember 2002 bis zum aktuellen Drittling im Sprechgesang Revue passieren; und das von einer rhythmischen Dramaturgie getragen, dass man die Formation förmlich wachsen hören kann. Das Tastenspiel verpasst selbst den Metal-Preschern die letzte Dosis kichernden Wahnsinns ("Epinephrin"), wenn Frontmann Jan "Kilemo" Lechner und Shouter Johannes "Joeker" von Freydorf die rasende Bestie aus den Boxen lassen.
"Das Beste" ist noch so eine der gesonderten Erwähnung werte Nummer: Wieder unverzerrte, dafür auch mal gezupfte Gitarren, weisen den Blick in die richtige Richtung; lehren, dass jedes Leben irgendwann einmal eines der härtesten sein kann, aber eben nicht bleiben muss ("Es geht mal hoch, mal runter, doch im Endeffekt war was du verloren hast nur das Beste bis jetzt"). AKa Frontage jedenfalls scheinen's wieder gefunden zu haben - wie die funky "Freundin" schließen lässt.
Gegen Schluss gehen's die "Besten im Südwesten" (vierter Platz beim "Emergenza"-Deutschlandfinale 2004) entspannt freundeskreisig an, spielen "King Contento" vom "Traum à 7"-Debüt in der 2008-Remix-Fassung. Und wenn bei "AKF Industries" Stefan "Tximi" Heger mit seiner Akustikklampfe abgeht, die elektrischen Xylophon-Klöppel zirkuszelttaktend eine Hammer-Hookline einläuten, augenzwinkernd nach Weltherrschaft gegriffen wird, dann bewegt sich diese Nachgeburt endgültig weit über Augenhöhe.
Labels: CD

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