Halloween
Die Knabenjahre der Schlächter haben Konjunktur. Leatherface und Hannibal Lecter sind ausgeweidet, da macht sich Genre-Fan Robert Bartleh Cummings alias Rob Zombie an Carpenters Horror-Klassiker "Halloween - Die Nacht des Grauens". Mit dem ehemaligen Wrestler Tyler Mane gibt er dem Stehaufmännchen Michael Myers zwar eine beeindruckende physische Präsenz, seine psychologische Herleitung der Figur bringt aber außer "Schlechte Kindheit gehabt?"-Plattitüden nicht viel Neues zustande.Dafür formuliert er mit rabiaten Bildern aus, wo das Original Hohlraum gelassen hat. Wir erfahren in "Halloween" (Senator Home Entertainment), wie Michael auf die Maske kam, dann springt Zombie über die Jahre, um Carpenters Vorlage von 1978 einzuholen.
Trotz reichlich Slasher-Attitüde, subjektiver Kamera und anderen schönen Reverenzen, dem Donald Pleasence-Erben Malcolm McDowell als Dr. Loomis, Fleischbeschau und Carpenters berühmter Klaviermelodie dürfte diese Mischung aus Prequel und Remake den Pulsschlag nur in der ersten Stunde außer Takt setzen.
Wirklich spannend gewesen wäre, den Film konsequent mit Fokus auf die mordende Unschuld, als Zuspitzung auf die Ereignisse des ersten Allerheiligen-Vorabends in Haddonfield zu inszenieren. Denn Klein-Mikey (Daeg Faerch) mit Maske und Fleischermesser, das schockiert! Die alte Diskussion darf so oder so fortgeführt werden. Wollen wir wirklich wissen, wie sie wurden, was sind? Auch Rob Zombies Antwort lautet: Horror-Mythen werden immer noch aus sich selbst heraus geboren.
Labels: DVD

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