6. April 2008

Halloween

Die Kna­ben­jahre der Schläch­ter haben Kon­junk­tur. Lea­ther­face und Han­ni­bal Lec­ter sind aus­ge­wei­det, da macht sich Genre-​​Fan Robert Bart­leh Cum­mings alias Rob Zom­bie an Car­pen­ters Horror-​​Klassiker „Hal­lo­ween — Die Nacht des Grau­ens“. Mit dem ehe­ma­li­gen Wrest­ler Tyler Mane gibt er dem Steh­auf­männ­chen Michael Myers zwar eine beein­dru­ckende phy­si­sche Prä­senz, seine psy­cho­lo­gi­sche Her­lei­tung der Figur bringt aber außer „Schlechte Kind­heit gehabt?“-Plattitüden nicht viel Neues zustande.

Dafür for­mu­liert er mit rabia­ten Bil­dern aus, wo das Ori­gi­nal Hohl­raum gelas­sen hat. Wir erfah­ren in „Hal­lo­ween“ (Sena­tor Home Enter­tain­ment), wie Michael auf die Maske kam, dann springt Zom­bie über die Jahre, um Car­pen­ters Vor­lage von 1978 einzuholen.

Trotz reich­lich Slasher-​​Attitüde, sub­jek­ti­ver Kamera und ande­ren schö­nen Reve­ren­zen, dem Donald Pleasence-​​Erben Mal­colm McDo­well als Dr. Loo­mis, Fleisch­be­schau und Car­pen­ters berühm­ter Kla­vier­me­lo­die dürfte diese Mischung aus Pre­quel und Remake den Puls­schlag nur in der ers­ten Stunde außer Takt setzen.

Wirk­lich span­nend gewe­sen wäre, den Film kon­se­quent mit Fokus auf die mor­dende Unschuld, als Zuspit­zung auf die Ereig­nisse des ers­ten Allerheiligen-​​Vorabends in Had­don­field zu insze­nie­ren. Denn Klein-​​Mikey (Daeg Faerch) mit Maske und Flei­scher­mes­ser, das scho­ckiert! Die alte Dis­kus­sion darf so oder so fort­ge­führt wer­den. Wol­len wir wirk­lich wis­sen, wie sie wur­den, was sind? Auch Rob Zom­bies Ant­wort lau­tet: Horror-​​Mythen wer­den immer noch aus sich selbst her­aus geboren.