8. Mai 2008

Rec

Das „Blair Witch Project“ und sein Ansatz, auch im Horror-Genre so zu tun als ob, war 1999 noch richtig innovativ. Der Trend hält durch; zu Jahresanfang versetzte uns die Fake Documentary „Cloverfield“ mit ihren vermeintlich authentischen Monster-Aufnahmen in entsetzte Hetze, jetzt schicken die spanischen Regisseure Jaume Balagueró und Paco Plaza ihr Fernsehteam los und erproben das Konzept am Zombiefilm.

Reporterin Angela Vidal (Manuela Velasco) und Kameramann Pablo wollen eine Nacht lang den Alltag der Männer einer Feuerwache aufzeichnen. Als die Truppe zum Routine-Einsatz in ein altes Mietshaus gerufen wird, erwartet sie im Wohnungsinneren eine blutverschmierte Frau, die längst keine Hilfe mehr nötig hat…

Das Publikum bleibt neben dem, was die hektisch-subjektive Handkamera abliefert, auf die Informationsfetzen von TV-Schneckchen Angela angewiesen und tappt damit wie die emotional auf Distanz gehaltenen Protagonisten lange Zeit im Dunkeln. „Rec“ muss für seinen Spannungsaufbau dem Konzept verpflichtet ohne schnöde Soundtricks auskommen, schockt allein und ausgiebig über die visuelle Ebene.

Dabei erlaubt der Dokumentarcharakter in 85 Minuten interessante Genrevariationen. Gegen Schluss schlägt der Film sogar einen ganz anderen Ton an und das ist zumindest so neuartig, dass man sich in Übersee schon am Remake „Quarantine“ probiert.