„In Wien musst erst ster­ben, damit sie dich hoch­le­ben las­sen.“ Sein Come­back hat Falco alias Hans Höl­zel zwar nicht mehr erlebt, dafür vor­her mit­ge­nom­men, was geht. Alko­hol und andere Dro­gen, Frauen und jede Menge Erfolg: „Rock Me Ama­deus“ lan­det als bis­her ein­zi­ges deutsch­spra­chi­ges Lied an der Spitze der US-​​Billboard-​​Charts. Dem schil­lern­den Leben des ers­ten wei­ßen Rap­pers wid­met sich Tho­mas Roth.

Er zeigt, wie der kleine Johann vater­los bei einer domi­nan­ten Mut­ter (Susi Stach) auf­wächst, sich über die Sze­ne­bands Hal­lu­ci­na­tion Com­pany und Drah­di­wa­berl nach vorne spielt, die Kunst­fi­gur Falco kre­iert und nach anfäng­li­cher Ableh­nung in der Hei­mat mit „Der Kom­mis­sar“ aus­ge­rech­net nebenan bei den Pief­kes durchbricht.

Von Anfang an sprin­gen wir immer mal wie­der zum 6. Februar 1998 auf jenen Park­platz in der Domi­ni­ka­ni­schen Repu­blik, von dem aus Falco nach 118 Minu­ten voll­ge­pumpt mit Rausch­mit­teln in einen Bus kracht und stirbt. „Out Of The Dark“, der post­hume Hit, füllt den Nach­spann. Zwi­schen­drin die pri­va­ten Auf und Abs, die Hin und Hers mit Ehe­frau Jac­que­line (Patri­cia Aulitzky), die eigent­lich Isa­bella heißt und der ver­meint­lich gemein­sa­men Toch­ter Carolina-​​Tanja (in Wirk­lich­keit Katha­rina Bianca), die Flops und natür­lich die Hits („Jeanny“, „Mut­ter, der Mann mit dem Koks ist da“).

Falco-​​Darsteller Manuel Rubey ver­kör­pert den gegel­ten Exzen­tri­ker prima und mit Schmäh, geht optisch glatt als einer der gestor­be­nen Brü­der durch — auch wenn er bei wei­tem nicht die Prä­senz des Ori­gi­nals aus­strah­len kann. Die­ses Zer­brech­li­che passt dafür ganz gut ins Skript, das mehr Lebens­sta­tio­nen abhakt anstatt einer aus­ge­klü­gel­ten Dra­ma­tur­gie zu folgen.

Die nährt sich aus dem Zwie­spalt zwi­schen dem selbst­zer­stö­re­ri­schen Ego­is­ten Falco und einem unter über­gro­ßer Erwar­tungs­hal­tung zer­bre­chen­den Hans. „Ich lebe nur ein­mal. Und so wie ich lebe, ist ein­mal auch genug.“ Ein gutes Bio­pic füllt’s lässig-​​locker.