Daran geglaubt haben wohl die wenigs­ten; dass die Spe­cial Agents Fox Mul­der (David Duchovny mit neuer, unge­wohn­ter Syn­chron­stimme) und Dana Scully (Gil­lian Ander­son) noch ein­mal gemein­sam dem Uner­klär­li­chen nach­spü­ren. Ist doch die Abtei­lung „Paranor­male Fälle“ längst geschlos­sen. Als eine FBI-​​Mitarbeiterin ver­schwin­det und Visio­nen des pädo­phi­len Paters Joseph (Billy Con­nolly) in die ver­schnei­ten Hügel Vir­gi­nias wei­sen, beschließt Agen­tin Dakota Whit­ney (Amanda Peet), bes­ser auf bewährte Kräfte zurück­zu­grei­fen. Mul­der taucht aus sei­nem Rau­sche­bart her­vor, das ein­ge­spielte Duo beginnt zu ermit­teln und der Schnee gibt die ers­ten Kör­per­teile frei.

Im Gegen­satz zum ers­ten Kino­film, der noch als Bin­de­glied zwi­schen fünf­ter und sechs­ter Staf­fel fun­gierte, spielt „Jen­seits der Wahr­heit“ sechs Jahre nach Seri­en­ende. Es ist eine düs­ter gehal­tene Akte mit dün­ner Story unter dickem Eis: Schnell ist klar, wer hin­ter den Mor­den steckt, doch Chris Car­ter, Erfin­der des Mystery-​​Klassikers und nun Regis­seur, insze­niert vor küh­ler Kulisse im Rah­men des noch mög­li­chen Sus­pense mit Prä­zi­sion und Eleganz.

Viel „X-Files“-typisches bleibt unter Ver­schluss. Auf Ali­ens stößt der­zeit nur Indiana Jones, Ver­schwö­rungs­theo­rien feh­len ebenso wie man­ches bekannte Gesicht — von der Erschei­nung eines Wal­ter Skin­ner (Mitch Pileggi) mal abge­se­hen. Für Span­nung sor­gen müs­sen die Haupt­cha­rak­tere: Mul­der und Scully mes­sen wäh­rend der 105 Minu­ten stän­dig den Puls ihrer Bezie­hung zuein­an­der. Wer sich das als Doppel-​​TV-​​Episode im Kino­saal vor­stel­len kann, muss vom Glau­ben nicht abfallen.