4. August 2008

Der Nebel

„Gut machen“ wollte es sein John Cof­fey in „The Green Mile“. Gut machen woll­ten sie’s hof­fent­lich alle, die Ste­phen Kings fan­tas­ti­sches Werk auf die große Lein­wand gebracht haben. Gelun­gen ist es den wenigs­ten. „Die Verurteilten“-Regisseur Frank Dar­abont ist einer von ihnen und bestä­tigt sich mit der gestreck­ten Apokalypsen-​​Novelle „The Mist“ (Sena­tor Home Enter­tain­ment).

Mys­te­riöse Schwa­den zwin­gen die Bewoh­ner einer Klein­stadt im Umkreis von Castle Rock, sich im ört­li­chen Super­markt zu ver­schan­zen. Irgend­et­was Kra­ki­ges lau­ert in der immer dich­ter wer­den­den Wolke da drau­ßen. Die Unge­wiss­heit zerrt zuse­hends an den Ner­ven der Zwangs­ge­mein­schaft um David Dray­ton (Tho­mas Jane) und Sohn Billy (Nathan Gam­ble), schürt Angst, Ver­zweif­lung; stei­gert sich zu Panik und reli­giö­sem Wahn­sinn, der die schrump­fende Gruppe lang­sam spal­tet: Mit der alt­tes­ta­men­ta­ri­schen Fana­ti­ke­rin Mrs. Car­mody (Mar­cia Gay Har­den auf den Spu­ren von Kathy Bates) droht David und den Sei­nen die größte Gefahr mit einem Mal von innen.

Hier gibt es kei­nen gut­mensch­li­chen Grund­ton; und damit trifft Dar­abont wie schon bei den ein­gangs erwähn­ten Roman­ver­fil­mun­gen (und nicht zu ver­ges­sen sei­nem King-​​Erstling, der Kurz­ge­schichte „The Woman In The Room“) den Geist der meis­ter­li­chen Vor­lage. Nur dass dies­mal eben kein Drama oder Fantasy-​​Fortsetzungsroman Pate stand. Die sind und blei­ben Aus­nah­me­er­schei­nun­gen in Wort wie Bild. Doch bringt es der schlei­er­hafte 125-​​Minuten-​​Mix aus hand­werk­lich ver­sier­tem Mons­ter­gru­sel auf engs­tem Raum (mit schö­nen Gore-​​Effekten sowie ande­rem Expli­zi­tem) und ver­stö­ren­dem Psy­cho­drama (samt sub­ti­len Polit-​​Andeutungen) auch wegen sei­nes bitter-​​beklemmenden Fina­les zu einem mehr als aner­ken­nen­den: Well Done, Frank!