21. August 2008

The Dark Knight

Nur wahr­haf­tige Hel­den ste­hen wie­der auf, wenn sie am Boden lie­gen. Und schon der Titel trägt neues Selbst­be­wusst­sein zur Schau: „The Dark Knight“ ist der erste „Batman“-Film, der auf die Namens­nen­nung sei­nes Hel­den ver­zich­tet. Nach­dem Joel Schu­ma­cher Tim Bur­tons gotisch-​​düsteres Gotham City in ein quietsch­bun­tes Stu­dio­städt­chen ver­wan­delt hatte, in dem ein alber­ner George Cloo­ney mit einem völ­lig über­dreh­ten Arnold Schwar­ze­negger sogar die Pan­nen­per­for­mance von Val Kil­mer und sei­nen Gegen­spie­lern Tommy Lee Jones und Jim Car­rey zu unter­bie­ten wusste, schien klar: Es gibt nur einen Bat­man — Michael Keaton.

Dann wagte sich War­ner Bros. ans Pre­quel. Kal­ku­lier­tes Risiko, wenn man einen wie „Memento“-Regisseur Chris­to­pher Nolan für seine Sache gewin­nen kann; und der umgab den Rächer im Fle­der­maus­kos­tüm vor drei Jah­ren mit neu­er­li­cher Fins­ter­nis, einem Anspruch an mehr Rea­li­tät und Cha­rak­ter­dar­stel­ler Chris­tian Bale im Spa­gat zwi­schen getrie­be­nem Bat­man und ver­snob­tem Mil­lio­na­rio Bruce Wayne.

Schon in der Schluss­szene von „Bat­man Begins“ deu­tete sich an, dass der es dies­mal mit dem Joker zu tun bekommt. Und Heath Led­ger, im Januar in jun­gen Jah­ren gestor­ben, ver­wirft in sei­ner letz­ten Rolle den von Jack Nichol­son 1989 ange­leg­ten Cha­rak­ter und defi­niert den Joker neu; als wahn­wit­zi­gen, sich in Anar­chie suh­len­den Schmier­lapp auf einem Kreuz­zug ins Chaos. Ihm stellt sich auch Bezirks­staats­an­walt Har­vey Dent (Aaron Eck­hardt) ent­ge­gen; der weiße Rit­ter, ein Held mit Gesicht.

Dass der mit Way­nes Jugend­liebe Rachel Dawes (Mag­gie Gyl­len­haal) anban­deln will und dabei in den gebrand­mark­ten Two-​​Face umschlägt, sind nur die Haupt­s­tränge eines meta­po­li­ti­schen Zwei­ein­halb­stun­den­spek­ta­kels, das das Insi­gnie des dun­kels­ten (und mensch­lichs­ten) aller Super­hel­den wie­der in vol­ler Stärke am Hollywood-​​Firmament erstrah­len lässt.