indiskretion ehrensache

angeschaut und abgehört von patrick wurster

22. September 2008

Feast

Während wir uns immer noch mit "Superstars" und "Topmodels" herumschlagen müssen, war Amerika wiedermal einen Schritt weiter: Gesucht wurde via TV-Show ein Drehbuch samt Regisseur, dessen Film dann tatsächlich produziert wird. Und hinter dem Format standen große Namen: Matt Damon, Ben Affleck, Wes Craven und Chris Moore. Zwar gab's von "Project Greenlight" nur drei Staffeln, doch die letzte aus dem Jahr 2005 beschert uns jetzt den spritzigen Creature-Splatter-Spaß "Feast" (Senator Home Entertainment/Universum Film).

Und weil das Geld für den siegreichen Regisseur John Gulager und seine Schreiber Marcus Dunstan und Patrick Melton knapp bemessen war, beschränkt sich das gesamte Geschehen konsequenterweise auf eine speckige Spielunke irgendwo in der texanischen Wüste. Ein illustres Grüppchen von Bräuten und Verlierern (darunter Stiernacken-Rocklegende Henry Rollins und Jason Mewes) tummelt sich hier an einem verdammt normalen Abend, der sich als verdammt letzter Abend für manchen Barbesucher entpuppt, als plötzlich die Tür auffliegt und der vermeintliche Held mit dem abgetrennten Monsterkopf in der Hand als der Typ vorstellig wird, "der euch den Arsch retten wird."

Von diesem Moment an beginnt eine 80-minütige Tour de Blood; es regnet Körpersäfte literweise. In seinen Grundzügen erinnert das stark an "From Dusk Till Dawn" und auch sonst spielt Gulager gerne mit gorigen Genreklischees, die er gnadenlos überspitzt und ironisch zu brechen versteht. Die meisten der hauchdünnen Charaktere gehen bereits bei der ersten Attacke drauf, so dass wir nicht viel mehr von ihnen erfahren, als auf dem kurzen Steckbriefe stand, mit denen jeder einzelne im Schnellverfahren eingeführt wurde. Wo das Low Budget zu sehen sein könnte, helfen schnelle Schnitte und ein Skid-Row-Song. Das ist zwar alles ein bisschen gewollt cool - aber so sind nunmal die Casting-Show-Gesetze.

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