indiskretion ehrensache

angeschaut und abgehört von patrick wurster

6. November 2008

James Bond 007: Ein Quantum Trost

Sein Name war Bond, James Bond. Daniel Craig gibt zum zweiten Mal den MI6-Doppelnullagenten auf die eigene Art: knallhart und ohne jeden Charme. Doch der Wind hat sich gedreht. Die Bewahrer der Gentlemen-Verfilmungen mit Sean Connery, Roger Moore und Pierce Brosnan sind anscheinend zu einer Minderheit geraten, der Run auf den Relaunch ist ungebrochen.

Nachdem er vor zwei Jahren von Vesper betrogen wurde, kämpft 007 sehr zum Missfallen von Chefin M (Judi Dench) gegen das Verlangen, seine nächste Mission zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen. Dann trifft er Camille (Olga Kurylenko), eine Frau, die ihre eigene Vendetta führt - und ihn über Haiti, Österreich und Italien nach Südamerika, wo der Geschäftsmann Dominic Greene (Mathieu Amalric) versucht, die Kontrolle über eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen zu gewinnen.

Regisseur Marc Forster macht mit der ersten 007-Fortsetzungsgeschichte da weiter, wo Martin Campbell bei "Casino Royale" aufgehört hat und verankert das aufs schmerzlichste modernisierte Franchise in der Realität. Im Stile der "Bourne"-Reihe als wildes Agenten-Action-Paket produziert, gibt's inmitten verstörend schnell geschnittener Verfolgungsjagden per Aston Martin, Boot, Flugzeug oder zu Fuß über 106 Minuten nahezu keinen ruhigen Moment.

Die eröffnende Gunbarrel-Sequenz fließt ans Ende; zuvor mimt Craig den skrupellosen Killer, der auch sonst keine Miene verzieht und ganz auf physische Präsenz setzt. Selbst das Bond-Girl muss sich diesmal mit einem vorsichtigen Küsschen begnügen. Bleibt alles anders.




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