Sein Name war Bond, James Bond. Daniel Craig gibt zum zwei­ten Mal den MI6-​​Doppelnullagenten auf die eigene Art: knall­hart und ohne jeden Charme. Doch der Wind hat sich gedreht. Die Bewah­rer der Gentlemen-​​Verfilmungen mit Sean Con­nery, Roger Moore und Pierce Brosnan sind anschei­nend zu einer Min­der­heit gera­ten, der Run auf den Relaunch ist ungebrochen.

Nach­dem er vor zwei Jah­ren von Ves­per betro­gen wurde, kämpft 007 sehr zum Miss­fal­len von Che­fin M (Judi Dench) gegen das Ver­lan­gen, seine nächste Mis­sion zu einer per­sön­li­chen Ange­le­gen­heit zu machen. Dann trifft er Camille (Olga Kury­lenko), eine Frau, die ihre eigene Ven­detta führt — und ihn über Haiti, Öster­reich und Ita­lien nach Süd­ame­rika, wo der Geschäfts­mann Domi­nic Greene (Mathieu Amal­ric) ver­sucht, die Kon­trolle über eine der wich­tigs­ten natür­li­chen Res­sour­cen zu gewinnen.

Regis­seur Marc Fors­ter macht mit der ers­ten 007-​​Fortsetzungsgeschichte da wei­ter, wo Mar­tin Camp­bell bei „Casino Royale“ auf­ge­hört hat und ver­an­kert das aufs schmerz­lichste moder­ni­sierte Fran­chise in der Rea­li­tät. Im Stile der „Bourne“-Reihe als wil­des Agenten-​​Action-​​Paket pro­du­ziert, gibt’s inmit­ten ver­stö­rend schnell geschnit­te­ner Ver­fol­gungs­jag­den per Aston Mar­tin, Boot, Flug­zeug oder zu Fuß über 106 Minu­ten nahezu kei­nen ruhi­gen Moment.

Die eröff­nende Gunbarrel-​​Sequenz fließt wie­der ans Ende; zuvor mimt Craig den skru­pel­lo­sen Kil­ler, der auch sonst keine Miene ver­zieht und ganz auf phy­si­sche Prä­senz setzt. Selbst das Bond-​​Girl muss sich dies­mal mit einem vor­sich­ti­gen Küss­chen begnü­gen. Bleibt alles anders.