6. November 2008
Urmel voll in Fahrt
Das Urmel braucht schon lange keine Fäden mehr. 1969 der Augsburger Puppenkiste entstiegen, ist der auf Max Kruses Bücher zurückgehende Dino mittlerweile in sämtlichen Medien zuhause. Nach der Kinoadaption „Urmel aus dem Eis“ präsentiert sich das Urzeit-Überbleibsel in „Urmel voll in Fahrt“ (Constantin Film) zum zweiten Mal in zeitgenössischem Computer-Design.
Ausgerechnet an seinem ersten Geburtstag bekommt die Insel Titiwu Zuwachs: Das tapsige Pandamädchen Babu erobert im Sturm die Herzen von Professor Habakuk Tibatong und seinen sprechenden Tieren. Nur Urmel beäugt seine neue kleine Schwester misstrauisch und mag sich so gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, plötzlich nicht mehr unumschränkter Star auf der Insel zu sein. Da trifft es sich gut, dass der gerissene Geschäftsmann Barnaby für seinen neuen Vergnügungspark einen echten Dinosaurier sucht; und so verlässt Urmel im unbedachten Trachten nach Anerkennung und Abenteuer heimlich auf dessen Jacht das heimische Eiland.
Während der erste Kinogang noch als Zwitter die klassische Urmel-Geschichte im aufgepeppten Animationslook erzählte, sagt sich das Regie-Duo Reinhard Klooss und Holger Tappe diesmal von der Vorlage los. Schauspielerische Leicht– (Wigald Boning, Oliver Pocher) und Schwergewichte (Anke Engelke, Christoph Maria Herbst, Wolfgang Völz und Oliver Kalkofe) leihen den flippigen Figuren vor quietschebunter Kulisse wieder ihre Stimmen.
Und während ältere Semester melancholisch auf die Wolken aus weißer Watte und Meere aus blauem Zellophan zurückschauen, hat das hippe Urmel mit Action, Slapstick, Wortwitz und seinem computeranimierten Augenaufschlag lange vor Ablauf der 84 Minuten die Generation Playstation erobert.
